1938 – das Jahr der Veränderungen 

Das AVRO-Turnier im Jahre 1938 in den Niederlanden war in vielerlei Hinsicht ein richtungsweisendes Turnier. Ein Generationswechsel deutete sich an, sowohl Ex-Weltmeister Capablanca, als auch der amtierende Weltmeister Aljechin konnten gegen die junge Garde nicht mithalten. Die Partien Keres vs Capablanca, Fine vs Aljechin, Botwinnik vs Capablanca sowie Botwinnik vs Aljechin sprachen hier eine eindeutige Sprache.

Da war der neue Liebling der internationalen Presse, der junge Este Paul Keres, der keine Partie verlor und in keiner Partie verdächtig stand. Am Ende stand er mit drei Siegen und 11 Remisen zurecht ganz oben auf dem Siegerpodest. Man lobte sein kombinatorisches Talent, taufte ihn “das nördliche Schachwunder” und bezeichnete ihn auch als den neuen “Paul Morphy”.

Sein Spiel hinterließ einen starken Eindruck, so dass sein damaliger Kontrahent Michael Botwinnik Jahrzehnte später zu Recht bekundete “Das Recht von Paul auf ein Match gegen Weltmeister Aljechin lag auf der Hand”.

Die Rivalität zwischen beiden Spielern sollte noch viele Jahre auf allerhöchsten Niveau ausgetragen werden. Ohne diese, so äußerte sich Botwinnik am Ende seiner Karriere, hätte er selbst, es nie so weit bringen können. Wie wir heute wissen, gehört Paul Keres in der Schachgeschichte zu jenen Spielern, die sich ein Leben lang stets mit der Rolle des glänzenden Zweiten zufrieden geben mussten.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

Beitragsbild:
Von Ad Meskens - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=69484348
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