April 23, 2021

Einer der größten Schachspieler des 20. Jahrhunderts begann relativ spät, im Alter von 13 Jahren, zu spielen. Mit 18 war er bereits einer der Besten Wiens. Nachdem er 1893 begann, an internationalen Turnieren teilzunehmen, wuchsen seine Erfolge rasch.

Seine besten Leistungen, wie etwa der Sieg bei einem Turnier in Ostende 1906, fielen in das erste Jahrzehnt des Jahrhunderts. Er kristallisierte sich als einer der Kandidaten für das Match gegen Weltmeister Lasker heraus, der die Herausforderung des Österreichers annahm. Das Match fand 1910 statt, aber sie trafen sich bereits 1909 in St. Petersburg, wo ihr Wettkampf mit einem Remis endete.

Es wird angenommen, dass Schlechter mit 2 Punkten Vorsprung gegen Lasker gewinnen musste – das waren die Bedingungen. Die ersten vier Partien endeten unentschieden. Die fünfte gewann Schlechter in einem erbitterten Kampf, dann folgten vier weitere Remis. Alles wurde in der letzten Runde entschieden. Der Weltmeister ging in Führung, doch Schlechter ergriff wieder die Initiative. In einer besseren Stellung, die zugegebenermaßen zweischneidig war, opferte der Kandidat im 35. Zug plötzlich und unerwartet den Abtausch und verlor die Partie. Die Schlacht endete 5:5 unentschieden und Lasker behielt den Titel des Weltmeisters. Er lobte die Stärke seines Gegners: “Ich habe keine Schwächen bei Schlechter gefunden … er ist ein Beispiel für einen wahren Kämpfer.”

Schlechter leistete einen beachtlichen Beitrag zu den Debattentheorien und entwickelte eine nach ihm benannte Variante in der Slawischen Verteidigung. Nachdem er schwer erkrankt war, starb er 1918 vorzeitig in Budapest.

 Partien

Beitragsfoto: Von Autor unbekannt – GaHetNA (Nationaal Archief NL); first version (newspaper clipping) from website rogerpaige.me.uk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8393240

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