Dezember 8, 2021

Unüberwindlich 

Michael Tal sagte einmal über Michael Botwinnik: „Wenn ich gegen Botwinnik spiele, dann fühle ich mich bestenfalls als Student, alle sind Schüler, Studenten, vielleicht Aspiranten und er – der Professor!“ Ein Urteil von Tigran Petrosin lautet:

“ Es gab da dieses unangenehme Gefühl der Unüberwindlichkeit.“ Von David Bronstein kennen wir folgendes Zitat: “Er spielte wie ein Bulldozer, immer aufs Zentrum. Die Gegner waren der Wucht dieser geistigen Anspannung, seiner Energie nicht gewachsen.“ 

Diese Aussagen belegen den Respekt, den die sowjetischen Top-Spieler gegenüber ihrem langjährigen Spitzenspieler und Weltmeister hatten. Botwinnik verstand es immer wieder Szenarien zu schaffen, die er ausgiebig analysiert hatte und die sich in verschiedene Eröffnungssysteme übertragen ließen.

Botwinnik (Frank Stiefel)

Zum Beispiel das bewegliche Bauernzentrum mit f3, e3, d4, c3, in der nimzoindischen Verteidigung bzw. in der Tauschvariante des Damengambits, welches langsam nach vornemarschiert oder die Idee mit dem Zug g4 ein Angriff einzuleiten. 

Heute zeige ich Ihnen eine weitere Partie, bei der der Zug g4 Botwinnik einen wichtigen Sieg einbrachte, dieser führte beim WM-Kampf 1963 zum zwischenzeitlichen 2:2 Ausgleich im Kampf gegen Tigran Petrosian, der am Ende Botwinnik als langjährigen Weltmeister ablöste. 

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie. 

P.S Aufgrund Urlaubes erscheint die nächste Kolumne erst in zwei Wochen. 

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