Mai 19, 2022

Capablanca-Gedenkturnier 1998 

Robert Hübner war und ist das westdeutsche Ausrufezeichen im Spitzenschach, im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts gewesen. Auch wenn seine großen Erfolge im Wesentlichen in den 70er und zu Beginn der 80 er Jahre zu verzeichnen waren, so war und ist er für viele Spitzenspieler eine geachtete Größe, dessen Erfahrung und Meinung auch heute noch von der jungen Garde der deutschen Spitzenspieler geschätzt wird. 

1990 qualifizierte er sich noch einmal für das Achtelfinale der WM-Kandidaten, wobei er dann gegen den niederländischen Großmeister Jan Timman, im Jahr 1991, ausschied. 1992 spielte er ein vielbeachtetes TV-Match gegen den amtierenden Weltmeister Kasparow, gegen den er jedoch, ähnlich wie im Jahr 1985 chancenlos war.  

Bild: Frank Stiefel

Lässt man seine Karriere Revue passieren, so fallen einem viele Momente ein, die, der stets zu höherem Berufene, im letzten Augenblick in den Sand gesetzt hat. Nicht so im Jahr 1998, als er in der letzten Runde des Capablanca-Memorials, allen Unken-Rufen zum Trotz, seinen Fluch besiegte und mit einem Sieg in der letzten Runden an den führenden Spielern vorbeizog und das Turnier nach Feinwertung vor dem Chilenen Morovic und dem Israeli Zilbermann gewann. 

Aus diesem Turnier zeige ich Ihnen heute, den Kurzsieg gegen den Briten Tony Miles, gespielt in der 5. Runde des Turnieres. Ich wünsche Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr, zudem viel Spaß beim Studium der Partie!

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