Juni 22, 2021

Frieda „Friedl“ Rinder (1905-2001) 

Erstmalig wurde die breite Öffentlichkeit auf Frieda „Friedl“ Rinder aufmerksam, als Sie im Jahre 1932 beim bayerischen Schachkongress Platz 3 belegte. 1939 wurde sie zum ersten Mal bei in Stuttgart deutsche Meisterin. Weitere Titel folgten bei der Gesamtdeutschen Meisterschaft 1949 in München sowie bei den West-Deutschen Meisterschaften 1956 in Krefeld (NRW), 1957 in Wolfratshausen (Oberbayern) und 1959 in Dahn (Rheinland-Pfalz). 

Bei der Schachweltmeisterschaft der Frauen 1939, welches als Rundenturnier mit zwanzig Teilnehmerinnen ausgetragen wurde, belegte sie hinter Vera Menchik (Großbritannien), der damals staatenlosen Sonja Graf und Berna Carrasco (Chile) mit 15 von 19 möglichen Punkten (+14 =2 -3) einen hervorragenden 4. Platz. Aus dieser Veranstaltung sehen wir heute den Schwarz-Sieg von Friedl Rinder gegen die Niederländerin Catharina Roodzant. In den Jahren 1959 und 1961 nahm Friedl Rinder noch zweimal an Kandidatenturnieren teil. 

Das Turnier in Buenos Aires fand zeitgleich mit der Schacholympiade der Herren in Buenos Aires statt und war vom Kriegsausbruch überschattet. Beide Schachveranstaltungen dienten dem argentinischen Schriftsteller Ariel Magnus als Vorlage für seinen Roman „Die Schachspieler von Buenos Aires“.  Der Autor verarbeitete in seinem Roman das damalige Weltgeschehen im kleineren Rahmen ab. Nach Ausbruch des Krieges kehrten viele Spieler sowohl real als auch fiktiv nicht mehr in die Heimat zurück, darunter auch Mirko Czentovic, der fiktive Schachweltmeister aus Stefans Zweig „Schachnovelle“. Der Roman vermischt somit reale Fakten und reale Persönlichkeiten mit literarischen Elementen und Figuren.  

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie! 

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