Januar 19, 2021

Typisch Hecht 

Im Jahr 1973 fand in Dortmund die zweite Internationale Deutsche Einzelmeisterschaft statt. Entgegen der ursprünglichen Wunschvorstellung des deutschen Schachbundes wurde die damals geplante Kategorie 10 nicht erreicht, so dass am Ende die Kategorie 7 die Großmeister-Norm auf 10,5 Punkte schraubte. Diese Norm erreichte keiner der Teilnehmer, einschließlich Ex-Weltmeister Boris Spassky und des langjährigen WM-Kandidaten Paul Keres. IM Hans-Joachim Hecht, der das Turnier mit 9,5 Punkten aus 15 Partien nach Feinwertung vor Boris Spassky und Ulf Andersson gewann, konnte sein herausragendes Einzelergebnis (+5 = 9 -1) folglich nicht krönen.

Bereits in der 2. Runde trafen der Wahl-Berliner und der Ex-Weltmeister aufeinander, ein Duell, welches die Vorhersage auf einen sehr wahrscheinlichen Turniersieg des ehemaligen Weltmeisters komplett auf den Kopf stellte. Hans Joachim Hecht hingegen bewertete die Partie sehr nüchtern. Sein Urteil unmittelbar nach der Partie war, es sei nicht viel los gewesen und erst der Versuch Spasskys im Zentrum aktiv zu werden, hätte die Partie zu seinen Gunsten im Endspiel gekippt. Einmal mehr konnte der erste westdeutsche Profi seine profunden Endspielkenntnisse unter Beweis stellen.

Fortan war Hecht für die Presse und für die vor Ort weilenden Zuschauer Favorit Nummer 1 auf den Turniersieg, eine Erwartungshaltung, der Hans-Joachim Hecht am Ende auch gerecht wurde.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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