Eine wichtige Schachfähigkeit ist, einen taktischen Kampf zu führen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, die Theorie der Schachtaktik zu studieren, die Gesetzmäßigkeiten zu erlernen, um damit die eigenen Kombinationsfähigkeiten zu entwickeln. Jedoch gelingt es nicht immer, die stärksten Züge zu finden bzw. sich bietende Gelegenheiten sofort zu nutzen. Bei der heutigen Partie gespielt beim Turnier in Bled (1961), passierte genau dies. Nach scheinbar harmloser Eröffnung bot sich dem Spieler, der die weißen Steine führt, eine Gelegenheit das Spiel mit taktischen Mitteln sofort zu seinen Gunsten zu entscheiden, jedoch er sah diese Möglichkeit erst einen Zug später.

Auch wenn das Damenopfer, mit dem fluchtfeldabschneidenden Läuferzug als Pointe, sicherlich nicht leicht zu finden ist, so gilt doch, dass Phantasie, Aufmerksamkeit und Willenskraft mit in die Betrachtung einer Partie einzubringen sind. Spieler wie Michael Tal und Garry Kasparov haben dafür zahlreiche

Petrosjan (by Frank Stiefel)

Beispiel geliefert. Stets haben wir dies bewundert und bewundern dies auch heute noch. Jedoch übersehen wir immer wieder, dass die Spieler letztendlich nur Menschen sind, denen nicht alles gelingt. Hierbei ist der heutige Hauptdarsteller Tigran Petrosian, der sich seinerzeit anschickte den Schacholymp zu erobern, keine Ausnahme.

Sein Opfer Ludek Pachmann (1924-2003), ist der älteren Generation auch als Autor wohlbekannt. In der Tschechoslowakei geboren, emigrierte er 1972 mit Erlaubnis des Regimes, nach vorheriger politischer Haft nach Deutschland und machte sich hier auch als Schach-Autor einen Namen. Gerne erinnert man sich unter anderem an den dreibändigen Schach-Klassiker Eröffnungs-, Mittelspiel- und Endspielpraxis im Schach. Wohl dem, der noch alle drei Bücher im Taschenbuchformat gut erhalten im Regal stehen hat.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie!

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