Das Turnier in Sankt Petersburg im Jahre 1914 war für Dr. Emanuel Lasker das erste Turnier nach seinem denkwürdigen WM-Kampf gegen David Janowski im Jahre 1910. Mit dabei waren unter anderem Capablanca und Rubinstein, zwei hochgehandelte Anwärter auf den Schachthron. Der Sieger des Turniers sollte, sofern Lasker das Turnier nicht gewinnt, das Recht haben, den amtierenden Weltmeister herauszufordern. 

Capablanca (by Frank Stiefel)

Capablanca selbst sah sich nicht als Favorit und schrieb Rubinstein die Favoritenrolle zu, zum einem aufgrund Rubinsteins intensiver Vorbereitung speziell für dieses Turnier, zum anderen war er selbst mit seiner Form nicht zufrieden. Die allgemeine Erwartungshaltung war zudem, dass Lasker nach mehr als drei Jahren Spielpause nicht in Topform sein könne. 

Heute sehen wir die 1. Partie von Capablanca in diesem Turnier. Hierzu äußerte sich der 6. Schachweltmeister Michael Botwinnik zu Lebzeiten wie folgt: „Dies ist auch eine der klassischen Partien Capablancas. Das Opfer des a-Bauern in ähnlichen Stellungen mit folgendem Angriff auf die gegnerischen Bauern auf der a- und b-Linie ist von vielen Meister ins Waffenarsenal aufgenommen worden“. 

Ich denke, Sie haben erkannt, Michael Botwinnik beschreibt hier jene typische Partieanlage, die wir heute als Wolgastruktur kennen. Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie. 

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