Das Schachspiel soll er durch reine Beobachtung, beim Zuschauen der Partien seines Vaters, im Alter von 4 Jahren erlernt haben. Mit Zwölf Jahren hatte er bereits alle namhaften Schachspieler in seiner Heimat bezwungen. Im Alter von 13 Jahren siegte er in einem Match (+4 =6 -3) gegen den kubanischen Landesmeister Juan Corso.

Im Alter von 16 Jahren schickten ihn seine Eltern auf eine Privatschule nach New York, wo er im Jahre 1905 erstmalig eine Veranstaltung des Manhattan Schachklubs besuchte. Schnell machte er Fortschritte, so gewann er bereits im Jahre 1906 eine Blitzveranstaltung, welche nach dem Ko-System ausgetragen wurde, an der auch Weltmeister Emanuel Lasker teilnahm.

Zwei Jahre nach Beginn eines Studiums bekam er die Einsicht, dass er als Schachspieler mehr erreichen könne und widmete sich fortan diesem Metier. Zu Beginn des Jahres 1909 veranstalte er erstmals eine Simultantournee, die in 27 US-Amerikanische Städte führte. Zu jener Zeit war er in den USA bereits ein Idol.

Was lag nun näher als ein Wettkampf gegen den führenden Spieler der USA, James Marshall.

Capablanca (by Frank Stiefel)

Dieser erklärte sich zu einem Wettkampf im gleichem Jahr bereit, unterlag dabei aber der Fehleinschätzung, dass es sich bei dem jungen Kubaner um einen noch unerfahrenen „Neuling“ in der Meisterszene handelt, schließlich hatte Marshall bereits mit Schachgrößen wie Emanuel Lasker und Siegbert Tarrasch die Klingen gekreuzt, was sollte da „der kleine kubanische Junge“ schon ausrichten können. Insgesamt siegte Capablanca sehr deutlich mit +8 =14 -1.

Heute sehen wir die 23. und letzte Partie dieses Wettkampfes, in der Capablanca aus dem Nichts heraus kleinste minimale Vorteile im Endspiel verwertete. Nicht selten entsteht bei Kenntnis dieser Partie, bei dem einen oder anderen Schachspieler der Eindruck, dass in einer solchen Stellung die Bauernmehrheit am anderen Flügel grundsätzlich den Sieg garantiere. 12 Jahre später sollte Alexander Aljechin den Beweis führen, dass diese Annahme keine generelle Aussage ist.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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