Die Wachablösung

Rainer Knaak am 24. Juni 2007 beim 43. Rosengarten-Pokalturnier in Forst (Lausitz) Foto: Frank Hoppe

Beim internationalen Großmeisterturnier in Leipzig, ausgetragen im Dezember 1983, siegte der Leipziger Großmeister Rainer Knaak mit 9,5 von 13 möglichen Punkten. Zweiter, einen halben Punkt dahinter, Großmeister Yuri Rasuwajev aus der Sowjetunion, vor 4 weiteren Spielern mit jeweils 7,5 Punkten, darunter Lother Vogt, Lutz Espig und Raj Tischbierek. Schachlegende Wolfgang Uhlmann, die langjährige Nr. 1 des Ostens, landete weit hinten im 14-köpfigen Teilnehmerfeld und erzielte nur 5,5 Punkte. Dies bedeutete Rang 11 für den einstigen WM-Kandidaten.

Was hier wie eine normale Berichterstattung über ein Schachturnier aussieht, wurde damals als das Ergebnis einer Entwicklung betrachtet, bei der sich Rainer Knaak so nach und nach als die neue Nr. 1 im Osten etablierte. Diese Einschätzung untermauerte er dann wenige Monate später, im Frühjahr 1984, mit dem Gewinn seines fünften Meistertitels der DDR.

Sein Spielstil, stets offensiv ausgelegt, gepaart mit der Fähigkeit taktische Verwicklungen exakt zu berechnen, verblüfft noch heute. Ungenaue Eröffnungsbehandlungen seiner Gegner führten stets zu einer lang anhaltenden Initiative, mit überraschenden taktischen Wendungen, die dann den vollen Punkt einbrachten. Diese Erfahrung blieb auch dem kubanischen Großmeister Silvino Garcia Martinez nicht erspart.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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