Zwischenbilanz in Wijk aan Zee

6 Antworten

  1. Gerry Hertneck sagt:

    Das traurige Los des Underdogs – illustriert am Beispiel eines niederländischen Gladiatoren…
    Gemeint ist der junge Holländer Stefan Kuipers, der gerade im Challenger-Turnier untergeht. Trotz seiner Elozahl von 2470 war er von Anfang an das natürliche Opfer in diesem Turnier. Denn er ist einfach zu jung, und hat zu wenig Schacherfahrung gegen Spieler dieser Klasse, gegen die er jetzt antritt. Dann geriet er auch noch sehenswert gegen Vincent Keymer unter die Räder. Dies nagte weiter an seinem Selbstvertrauen, denn sein Gegner ist ja 5 Jahre jünger (aber schon ein Schachriese). Nun kam noch das selbst verstärkende Element dazu: mit jeder Niederlage, selbst wenn sie unnötig war, wird das Selbstvertrauen weiter angekratzt. Ich kenne dieses Phänomen gut aus einem ganz schrecklichen Turnier, das ich einmal vor rund 25 Jahren spielte. Mit jeder Niederlage sank meine Stimmung, bis sie irgendwann auf dem Nullpunkt war. Am Ende bin ich dann einen Tag vor Turnierende abgereist…. Dieses Los wollen wir unserem Protagonisten natürlich nicht zuteil werden lassen. Das einzige, was er jetzt noch machen kann, wäre, sich mit ein paar Remisen zu stabilisieren. Ja man sieht immer nur die im Licht, doch die im Schatten sieht man nicht. Sie würden sich am liebsten verkriechen in ihre Höhle.

    • Soo jung ist Stefan Kuipers nicht mehr – Jahrgang 1990 wie u.a. Carlsen, damit etwa 14 Jahre älter als Keymer. Kam Gerald Hertneck durch das “junge” Foto auf seiner FIDE-Eloseite (kein Bart, dafür deutlich mehr Haare oben) durcheinander?
      Selbst schrieb er (“TricksOnlyNL”) vor dem Turnier auf Twitter:
      “I’ve been most frequently asked about my goals for @tatasteelchess Challengers 2019: – Enjoy every minute of it – Learn as much as possible – Have no regrets Tata is the most prestigious tournament and getting to play there is a privilege. It’s a once-in-a-lifetime experience!”
      Am Ruhetag spielte er erst mit u.a. Carlsen Basketball, und hat sich dann sehr realistisch-selbstkritisch (auf Englisch) zu seinen fünf ersten Partien geäussert: https://www.youtube.com/watch?v=CvUKc4KfFt4

      Seit die C-Gruppe abgeschafft wurde ist die Lücke zwischen Amateur-Toptienkamp und Bühne eben ziemlich groß, da können nur junge aufstrebende Spieler eventuell einigermassen mithalten – letztes Jahr Lucas van Foreest, der 2017 bei den Amateuren vor u.a. Praggnanandhaa gewann. Dieses Jahr spielen in der höchsten Amateurgruppe neben jungen niederländischen IMs (Kevlishvili, Vrolijk, Beerdsen, Warmerdam) u.a. auch Jovana Rapport und Zeinab Mamedjarova. Letztes Jahr waren Vrolijk und Beerdsen punktgleich mit Kuipers bei schlechterer Wertung.

  2. A.S. sagt:

    Soll das ein fundierter Turnierbericht oder eher ein Klamauk sein? Für mich liest es sich sehr seltsam bis unausgegoren. Kommt mir eher vor wie das Gewürge eines Amateurschachers, der beim letzten Turnier 2,5 aus 13 geholt hat und jetzt Dampf ablassen muss. Vielleicht aber auch nur ein schlechter Tag des Autors?

    • Ich wollte diesen Kommentar privat beantworten (mit Administrator-Rechten sehe ich auch die angegebene email-Adresse). Diese existiert aber offenbar nicht. Da sie den Namen eines bekannten (seit einiger Zeit toten) Schachspielers enthält, will der Herr (oder die Dame) offenbar nicht nur öffentlich anonym bleiben, sondern auch mir eine falsche Identität suggerieren. Mir fehlen die Worte … .

  3. A.S. sagt:

    Mensch Thomas, bleib mal locker. War doch nur ein Scherz. Wir trinken beim nächsten Turnier ein Bier drüber, OK?

  4. Gut, ich nehme das Remisangebot an, das Bier bei Gelegenheit auch – eher nach als während einem Turnier, sonst spiele ich noch erfolgloser. Humor ist im Internet und anderswo Ansichtssache, meiner auch. Anonymität ist im Internet Ansichtssache.
    Eines will ich noch etwas korrigieren, Daten sollten stimmen (mache ich auch beruflich) wobei Münchner Schachverband/Turnierleitung unschuldig ist. Es waren 2,5/11 – wir haben zu fünft an vier Brettern gespielt und rotiert, ich pausierte dreimal, das wurde offenbar nicht immer auf den Ergebniszetteln eingetragen.
    Wer neugierig ist findet Ergebnisse (pdf-Dateien) unter http://schachbezirk-muenchen.de/mbmm/2018-19/item/1605-muenchener-sc-1836-verteidigt-titel.html . Neben Schachtiteln für einige Spieler werden bei den Einzelergebnissen auch nicht-schachliche Titel erwähnt – ist in Deutschland (auch in den 90er Jahren in Kiel) offenbar relevant, in den Niederlanden war das nie der Fall.

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