Juni 18, 2024

Erinnerungen an Anja Hegeler: Nachruf von Regina Berglitz

Anja Hegeler

Heiligabend ist meine Freundin Anja nach langer, schwerer Krankheit verstorben.

Kennengelernt haben wir uns Anfang der 80er Jahre. Ich war damals Hamburger Meisterin, Anja meine jüngere Konkurrentin. Trotz dieses schwierigen Anfangs entstand daraus eine langjährige Freundschaft.

In den folgenden Jahren spielten wir gemeinsam Turniere: Deutsche Meisterschaften, Damenturniere in Biel und Dortmund und offene Turniere. In Biel übernachteten wir in einer sogenannten Hundehütte auf dem Campingplatz (Geld war knapp, wir studierten damals beide noch). Das ist mir insbesondere in Erinnerung geblieben, da es die gesamte Zeit regnete und wir jeden Tag unsere Klamotten in meinem Auto trocknen mussten. Das Auto war ständig beschlagen (es hatte keine Klimaanlage), und die Fahrt zur Runde dementsprechend abenteuerlich. In Berlin z.B. übernachteten wir gemeinsam bei Horst Metzing, dem damaligen Geschäftsführer des DSB, um Kosten zu sparen. Besonders waren regelmäßig die Fahrten zu den Turnieren: Anjas Orientierungssinn war katastrophal, ihre Kartenlesefähigkeiten aber außerordentlich. Daher musste ich immer herausfinden, auf welcher Grundlage ihre Anweisungen an mich beruhten.

Anja wurde (leider) schnell besser als ich, am Brett blieben wir Konkurrentinnen. Wir nahmen nacheinander an der Schacholympiade teil (in Dubai 1986 durfte ich noch spielen, 1988 in Thessaloniki war sie bereits WIM und ich fuhr nur hin, um sie zu besuchen). Privat spielten wir damals in großer Runde regelmäßig Doppelkopf. Mit dabei waren (die Aufzählung ist sicherlich nicht vollständig): Thomas Kastek, Michael Ehrke, Jörg Hickl, Frank Hegeler, Johannes Steckner, Frank Behrhorst, Theo Gollasch, Jochen Kossel, Andreas Fehrig, Rainer Grünberg und noch einige mehr. Durch diese privaten Kontakte ergab sich auch eine HSK-Mannschaft, die in den 80er Jahren bis in die Landesliga aufstieg.

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