Dezember 9, 2022

Traurige Nachricht – Claus Seyfried verstorben

Nachruf der Stuttgarter Schachfreunde 1879 e.V.:

„Ich möchte mich künftig noch mehr um unsere Jugendlichen kümmern“, das war sein Ziel, wenn die akuten gesundheitlichen Probleme überstanden wären und auch der von ihm redigierte „Newsletter“ des Schachverbandes Württemberg lag ihm sehr am Herzen.

Aber dazu sollte es nicht mehr kommen: am 2. Juni 2022 ist Claus Seyfried, unser 1. Vorsitzender seit Juni 2016 im Krankenhaus verstorben. Unser Mitgefühl gehört den Angehörigen; er hinterlässt eine riesengroße Lücke.

Es ist keine 3 Jahre her, dass Claus Seyfried einen Nachruf auf Harald Wohlt mit den Worten eingeleitet hat: „Es ist etwas Unfassbares passiert.“ Damals hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich jetzt einen Nachruf auf Claus Seyfried verfassen würde, der mit den gleichen Worten beginnt. Wie Harald wurde auch Claus völlig unerwartet aus einem aktiven (Schach)leben gerissen, Harald mit 67, Claus mit 66, beide weithin bekannt. Viel zu früh und viel zu plötzlich.
Eigentlich ein „Rei´gschmeckter“ aus Mainz, schaffte es der frühere hessische Jugendmeister, dem urschwäbischen Verein seinen Stempel aufzudrücken. Es ist sicher nicht übertrieben zu sagen, dass Claus in der Zeit seines Wirkens zum Gesicht der Stuttgarter Schachfreunde 1879 wurde, respektiert, geschätzt, manchmal auch gefürchtet ob seiner pointierten Statements. Wenn Claus von einer Sache überzeugt war, kämpfte er mit aller Leidenschaft dafür, riss mit seiner Begeisterung die einen mit, verschreckte die anderen, rüttelte an liebgewordenen Traditionen und stritt lustvoll für seine Sache – behäbige Harmonie war nicht sein Ding: Bloß kein Stillstand, wo Claus war, herrschte Aufbruch (oder Aufruhr?), manch einer kam gar nicht hinterher mit den vielen Plänen und Visionen, die er für seinen Verein entwickelte.

Als Mathematiker und IT-Spezialist brachte er die Homepage auf Vordermann, plötzlich strotzte die vor aktuellen Berichten mit jeder Menge Fotos und links – hier zeigte sich die journalistische Ader von Claus, er konnte nicht nur in jeder Lebenslage einen flapsigen Spruch bringen, sondern auch wunderbare Artikel schreiben, humorvoll und selbstironisch. Auch um die Lücken in der Historie kümmerte er sich, so kann man auch die ganz alten Ausgaben vom „Schachfreund“ herunterladen und unvergessen ist seine Würdigung der 68er-Meistermannschaft anlässlich des 50-jährigen Jubiläums. Seine Verbundenheit mit dem Verein zeigte sich in vielfältiger Weise: Sei es beim Anwerben starker Spieler für die 1. Mannschaft, beim Entwurf des neuen Mitgliedsantrags oder beim flächendeckenden Einkleiden der Kinder und Jugendlichen in den blau-gelben SSF-Vereinstrikots – es gab kaum ein Feld, das Claus nicht beackerte!
Wenn entgegen dem Trend die Mitgliederzahl während Corona um 20% zunahm, ist dies zuallererst das Verdienst von Claus. Und wenn der ein oder andere vorsichtige Funktionär ein Jugendturnier vielleicht doch noch lieber ausfallen lassen wollte, machte Claus solange Druck, bis es doch stattfand und stellte auch gleich noch den Saal zur Verfügung, damit „seine“ Kinder und Jugendlichen Spielmöglichkeiten hatten.

Überhaupt die Jugend: Ihr hatte sich Claus besonders verschrieben, er kämpfte für Freiplätze, für die Teilnahme an Meisterschaften und baute eine Mädchenschachgruppe auf. Während andere skeptisch waren, setzte er sich voll ein, notfalls im Alleingang. Denn so war Claus – Idealist und Dickkopf zugleich, er brannte immer für die gute Sache: Nicht zaudern, einfach machen, war seine Devise! Woher er die Zeit und die Energie dafür nahm, dazu noch Betreuer, Organisator und Chauffeur vom Bundesliga-Team, Vizepräsident im Verband, verantwortlich für den prall gefüllten News-Letter, den er jeden Monat pünktlich ablieferte, flott kommentiert und perfekt redigiert, und das alles neben dem Beruf, das war schon fast unheimlich.

Vielleicht hat sich Claus zu viel zugemutet. Er wollte kürzertreten, hatte angekündigt, den Vorsitz abzugeben und wollte sich nach seiner Genesung nur noch um seine beiden „Lieblingsthemen“, die Jugendförderung und den Newsletter kümmern. Noch aus dem Krankenhaus nahm er Anteil am Vereinsgeschehen, aber seine Kommentare wurden kürzer und blieben zuletzt ganz aus. Kurz vor der Herz-OP, die eigentlich ein Routine-Eingriff sein sollte, ist Claus gestorben. Nicht nur im Verein, im gesamten Verband löste dies Bestürzung und Fassungslosigkeit aus.

Wir wollen Claus so in Erinnerung behalten, wie ihn alle kennen: Ein Schwergewicht im Verein und im Verband, streitbar, schaffig, meinungsstark, voller Idealismus und Tatendrang. Claus ist nicht zu ersetzen, aber er hat den Verein verjüngt und nach vorne gebracht. Das ist ein Vermächtnis, das bleibt und dem sich die Stuttgarter Schachfreunde 1879 verpflichtet fühlen!

Hartmut Schmid und Florian Siegle (Stuttgarter Schachfreunde 1879 e.V.)

 Nachruf des Schachverbands Württemberg:

Zum ersten Mal getroffen habe ich Claus auf dem legendären Verbandstag 2013 in Warthausen. Damals hat er für das Amt als Referent für Öffentlichkeitsarbeit kandidiert und wurde als Nachfolger von Harry Pfriender gewählt.

Mit Claus zog neuer Schwung in die Öffentlichkeitsarbeit des SVW ein, das freute mich als damaliger Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Schachjugend (DSJ) sehr. Damals war mir noch nicht klar, wie sich unsere Wege noch begegnen würden. Der Pressespiegel war seine erste große Neuerung. Der Pressespiegel war neben dem späteren Newsletter sein Herzensanliegen. Es ist unvorstellbar, wie viel doch in Württemberg über Schach berichtet wird und eine sensationelle Leistung von Claus diese Berichte zusammengetragen zu haben. Es sind so viele, die Anzahl ist unzählbar. Es ist ein riesiger Schatz den Claus in mühevoller Arbeit mit Akribie zusammengetragen hat.

2015 sind wir uns beim Verbandstag in Geislingen bei Balingen wieder begegnet. Nach dem Verbandstag saßen wir gemeinsam im Präsidium. Eine Aufgabe war es für das Jahr 2016 das Verkündungsorgan neu zu organisieren. Claus hatte sich bereit erklärt die Erstellung zu übernehmen. In einem Steakhouse in Darmsheim bei Böblingen wurde zwischen Claus, Armin und mir der Grundstein für den neuen Newsletter gelegt, der die Rochade abgelöst hat. Der Newsletter war ab sofort seine zweite Herzenssache im Schachverband Württemberg (SVW). Wobei er immer und bei allen Themen mit Herz und Leidenschaft bei der Sache war. Ebenso die „Hall of Fame“ geht auf sein Konto. In der Zeit zwischen 2015 und 2017 haben wir viele Diskussionen bzgl. dem Württemberger Modell geführt, nicht immer waren wir einer Meinung und Claus hat seinen Standpunkt immer sehr klar formuliert. Doch wenn er mal auf der gleichen Seite war, hatte man einen starken Führsprecher. Erstaunlicherweise hat sich später gezeigt, dass er in vielen Punkten den Neuerungen zugestimmt hat. Ihm war die Diskussion stets wichtig und er nutzte Sie um sich ein eigenes Urteil zu fällen. Das hat er immer getan und sich nicht auf die Meinung von anderen verlassen.

2019 wurde er dann Vizepräsident, als Nachfolger von Dirk König. Doch die Aufgaben Newsletter und Pressespiegel gab er nicht auf. In letzter Zeit haben wir gemeinsam für eine neue Außenwirkung des SVW gekämpft. So ist unter seiner Regie der Twitteraccount des SVW und der Youtube-Channel entstanden. Nachdem wir in der Oberliga das Meisterbrett und die zentrale Endrunde eingeführt hatten, brannte er darauf mit seinen Jungs einmal dieses Meisterbrett in Händen zu halten. Für ihn ging 2019 der Traum in Erfüllung und das wohl auch schneller als gedacht. Die Freude bei ihm war riesig und er hatte für seine Mannschaft extra für die zentrale Endrunde T-Shirts besorgt. Ein tolles Bild!

In der gemeinsamen Zeit im Präsidium haben wir uns kennen und schätzen gelernt. In der Zeit ab 2021 mit ihm als Vizepräsident an meiner Seite hatte ich einen Vertrauten und Sparringspartner gefunden, mit dem ich mich in schwierigen Situationen beraten konnte. Er hat in dieser Zeit im Arbeitskreis für die neue Homepage mitgemacht und selbst junge und neue Leute mit seinem fundierten Wissen begeistert.

Auch wenn seine Art für mich als Schwabe manchmal sehr direkt erschien, so war sie doch immer respektvoll und wohlwollend. Sein Urteil war stets wertbringend und wertschätzend. Er hat Enormes geleistet und sich um das Schach verdient gemacht. Vieles was er erfunden hat, ist nachhaltig und wird uns noch lange begleiten. Er war ein leidenschaftlicher und fairer Kämpfer für den Schachsport, am Brett und Abseits davon. Er hat seinen Verein die Stuttgarter Schachfreunde, den SVW, das Schach allgemein und mich persönlich geprägt.

Claus du wirst uns und mir sehr fehlen! Danke dir für all das, was du dem Schach gegeben hast.

Chapeau und Adieu!

Carsten Karthaus (Präsident SVW)

Todesanzeige der Stuttgarter Schachfreunde und des Schachverbands Württemberg:

Harald Keilhack widmet Claus die Schachspalte in der Stuttgarter Zeitung

Die Sfr Stuttgart verlieren ihren Vorsitzenden

Claus Seyfried, seines Zeichens Schach-Weltenbummler und Multifunktionär, stirbt überraschend im Alter von 66 Jahren.

Überraschend ist im Alter von 66 Jahren der Vorsitzende der Stuttgarter Schachfreunde, Claus Seyfried, gestorben. Der gebürtige Mainzer kehrte 2008 nach gut fünfundzwangzigjähriger Pause ans Schachbrett zurück, spielte offene Turniere in aller Welt und schaffte es sportlich bis zur Deutschen Einzelmeisterschaft Saarbrücken 2013, wo er achtbare 4 aus 9 holte. Ab etwa 2015 stand die Funktionärstätigkeit und Öffentlichkeitsarbeit für das Schach im Mittelpunkt. Bei den Sfr Stuttgart war er seit 2016 Vorsitzender, zudem Manager des Zweitligateams, er kümmerte sich ebenso um die Internetseite wie um die Jugendarbeit usw. Im Schachverband Württemberg war er Vize-Präsident, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Herausgeber des stets mit netten Storys angereicherten monatlichen Newsletters.

All dies bewältigte der Diplom-Mathematiker neben einer anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit. Jede Mail oder Anfrage wurde ebenso passgenau wie zuverlässig beantwortet, und angesichts seiner zahlreichen Kontakte und Aktivitäten konstatierte der Blogger Conrad Schormann trefflich, dass der Tag für manche mehr als 24 Stunden haben müsse. Dem Stuttgarter wie dem württembergischen Schach fehlt künftig ein meinungsstarker Denker und erstklassiger Macher.

Aus Seyfrieds Open-Zeit eine nette kleine Angriffspartie mit seinem geliebten 2.c3-Sizilianer:

Claus Seyfried – Simone Rota Open Erba (Italien) 2011, 4. Runde Sizilianische Verteidigung

1.e4 c5 2.c3 Sf6 3.e5 Sd5 4.d4 e6 5.Sf3 c:d4 6.c:d4 Sc6 7.Lc4 Sb6 8.Lb5 Le7 9.0-0 0-0 10.Sc3 a6?!

Unnötig und treibt den Läufer nur auf bessere Felder (10…d6).

11.Ld3 Sb4?!

Und hier war eher 11…f5 angezeigt.

12.Lb1 S6d5 13.a3 S:c3 14.b:c3 Sc6

Auch nicht besser war 14…Sd5 15.Dd3 g6 16.c4. Weiß erhält nun – wie so oft nach leicht ziellosem schwarzem Spiel im c3-Sizilianer – ein flüssiges Angriffsspiel.

15.Dd3 g6 16.Lh6 Te8 17.Te1 Lf8 18.De3 f5 19.e:f6 D:f6 20.Lg5 Dg7 21.Se5 Se7

Schwarz tauscht diese wichtige Verteidigungsfigur richtigerweise nicht ab. 21…S:e5 22.d:e5 hinterließe üble Felderschwächen.

22.Sg4 Sd5 23.Dg3 Le7 24.Lh6 Df7 25.c4 Sf6 26.Se5 Sh5

Auf diesen Zwischenzug hatte sich Schwarz verlassen.

27.Dg4 Df6 28.S:g6! h:g6 29.L:g6 Sg7

29…Dh4 30.D:h5 D:h5 31.L:h5 Td8 32.Te3 wäre hoffnungslos.

30.Te3!

Natürlich nicht 30.L:e8? D:h6 mit Entlastung. In seiner unterentwickelten Stellung ist Schwarz nach dem Opfer völlig hilflos.

30…Tf8 31.Tf3 Dh4 32.Lh7+! 1:0

Hier die ganze Seite und Partie zum Nachspielen:

 Harald Keilhack Stuttgarter Zeitung

weitere persönliche Erlebnisse, Aktionen und Anekdoten von und mit Claus

Als ich die Nachricht erhalten habe, dass Claus verstorben sei, war ich gerade beim Mannschaftsturnier in Leutasch und konnte es nicht glauben. Im Februar hatte ich Claus noch bei der Hochzeit von Carsten gesehen. Claus kam zwar mit dem Zug, hatte aber sein Fahrrad dabei, um eine Teilstrecke auch mit dem Rad zurückzulegen.

Geschätzt an ihm habe ich seine Begeisterung, vor allem, wenn es um die Pressearbeit ging. Der Pressespiegel war seine Idee, die ich damals als Präsident gerne unterstützt habe. Dass Claus aber mit soviel Eifer dabei war, und alles, was er finden konnte, auch einstellt, hätte ich nicht gedacht. Hat er trotzdem mal etwas übersehen, und man ihm dies sagte, war der Artikel kurze Zeit später online.
Und auch die vielen Stunden, die er für den Newsletter aufgewendet hat – 100 Seiten waren keine Seltenheit. Und er hatte den Ehrgeiz, für jede Ausgabe etwas Besonderes zu bieten, angefangen vom Titelbild bis zu den verschiedenen Berichten, auch über internationale Turniere und Veranstaltungen.
Für die Jahre, die Claus im Präsidium für den Schachverband tätig war, können wir ihm nicht genügend dankbar sein. Nicht nur dafür, auch für seine offene Art, werden wir ihn vermissen.

Armin Winkler, Ehrenpräsident SVW

 

Tschüß Claus – Wir machen in Deinem Sinne weiter!

Letztes Jahr im Herbst rief mich Claus Seyfried an: „Ich möchte mich künftig noch mehr um unsere Jugendlichen kümmern …“ Konkret ging es Claus damals um die KJEM Stuttgart-Mitte, darum, dass es die KJEM trotz Corona-Pandemie gibt. Als der Termin im Bürgerzentrum West endlich feststand, fragte mich Claus, ob ich die Siegerehrung übernehmen kann, eine Siegerehrung nur mit den Pokalen, aber ohne Preise, ohne Jugendschach-Ausgaben und vor allem ohne Äpfel … Wer mehr dazu wissen will, bitte in den News bei den Stuttgart Schachfreunden nach dem Datum 13.12.2021 suchen. Heute bin ich um so mehr froh, dass ich Claus unterstützt habe.

Als wir auf der Homepage der Bezirksjugend Stuttgart verkündet haben, dass wir die BJEM Stuttgart 2022 verschieben, hatte ich sofort eine Mail von Claus im Posteingang. Ich konnte ihm erklären, wie wir uns das denken. Am 19./20. März 2022 haben wir Wort gehalten. Zuvor haben wir aber gemeinsam mit Claus noch eine weitere Veranstaltung im Bürgerzentrum West am 05.03.2022 eingeschoben. Vorbereitungszeit nur anderthalb Wochen, aber wir alle haben an einem Strang gezogen. Super! Auch dieses Events für die Jugendlichen war ein voller Erfolg. Der News-Eintrag vom 07.03.2021 von Claus auf der Homepage der Stuttgarter Schachfreunde dokumentiert das einmal mehr. Danach war es die BJEM In den Lessing Schulen Stuttgart, wo Claus so viele schöne Impressionen von der Siegerehrung einfing. Mein Wunsch, so kann es gerne weitergehen. Es kam leider anders. 

Wir wollten noch viel mehr gemeinsam tun. Der Termin für die KJEM Stuttgart-Mitte 2022 steht bereits. Am Rande der WJEM U8-U12 in Stuttgart kam Claus noch einmal in den Lessing Schulen vorbei. Es ging ihm nicht gut, und er wollte auch nicht zur Siegerehrung der Offenen Stuttgarter Jugend-Amateurmeisterschaft bleiben. Diesem Zeichen habe ich wenig Bedeutung beigemessen. Heute weiß ich, dass ich den Menschen Claus Seyfried noch nicht gut genug kannte. Auch das bedauere ich. Jetzt bleibt mir nur, Abschied zu nehmen. Tschüß Claus, wir machen in Deinem Sinne weiter! Danke Dir, und die eine oder andere Gedenkminute legen wir für Dich ein. Stille Minuten für mich persönlich, und mit Deinem Ziel „Ich möchte mich künftig noch mehr um unsere Jugendlichen kümmern …“ in Wort und Tat sollen Dich alle in guter Erinnerung behalten.

Dr. Konrad Müller, Breitenschach

 

Wie ich Claus kennen gelernt habe?

Dazu gibt es eine längere Vorgeschichte. Zu Beginn der Saison 2017/18 hätte in der Verbandsliga Nord am 24.09. der SC Böblingen 2 gegen die 2. Mannschaft der Stuttgarter Schachfreunde spielen sollen. Weil ein Großteil der Stuttgarter zum fraglichen Zeitpunkt bei einem Seniorenturnier spielte, baten die um Verlegung auf den 22.10.2017. Dieser Kampf ging 6:2 für Böblingen aus. Bei der Ergebniseingabe wurde daraus ein 0:8, weil Böblingen einen Spieler eingesetzt hatte, der bereits am ursprünglichen Termin für eine andere Mannschaft spielte.

Über das ganze Hin und Her bis zum glücklichen Ende: „Bemerkung des Staffelleiters: Böblingen hat an dem Ersatztermin der Spielverlegung einen nicht teilnahmeberechtigten Spieler eingesetzt, der am ursprünglichen Termin bereits bei Böblingen 3 eingesetzt war. Durch die Anerkennung des Gnadengesuchs wurde das eigentliche Ergebnis (6:2) statt auf 0:8 (Regelung der WTO) nur auf 5:3 herabgestuft (Frolik verliert kampflos, DWZ-Wertung bleibt jedoch bei 1:0). Erklärung zur Anerkennung des Gnadengesuchs siehe Rundschreiben. (Philipp Müller, 14.1.2018)“ hatte ich beim Schachticker unter dem Titel „Fairness vor Recht“ berichtet.

Als Belohnung für ihr faires Verhalten wurden die Stuttgarter Schachfreunde auf Vorschlag des SC Böblingen für den Fairplay-Preis der SportRegion Stuttgart nominiert und gewannen diesen sogar. Claus hat dann in der Dezember-Ausgabe seines Newsletters auf den Seiten 22-24 ausführlich berichtet.

Bei der zentralen Endrunde der Oberliga 2018 im Bürgerzentrum Stuttgart West sprach ich einen Mann an, der Fotos machte, dass ich Claus Seyfried suchen würde. Die Antwort lautete „schon gefunden.“ Das war Claus – immer klar und direkt. Er wunderte sich zwar, woher ich all die Details kannte. Jedenfalls hat er seit der Zeit immer mal wieder angefragt, ob ich nicht beim Verbandstag als Pressereferent für den SVW kandidieren möchte.

In Deinem Dritt- oder Viertjob warst Du auch noch Menschenfischer. Du und Deine Macher-Mentalität werden überall fehlen!

Karlheinz Vogel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Einen überaus lesenswerten und doch sehr persönlichen Nachruf auf Claus hat Conrad Schormann auf seinen Bodenseeperlen verfasst.

Bildergalerie:

Claus Seyfried fängt nach 34 Jahren Pause wieder an Schach zu spielen. (c) Stuttgarter Nachrichten

Claus Seyfried freut sich mit seinen Stuttgarter Schachfreunden über die Württembergischen Meisterbrett 2019 – drinnen und draußen.
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