In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Igel-System sehr populär. Topspieler wie Kasparow, Karpow und der Meister des filigranen Spiels, der schwedische Grossmeister Ulf Andersson, die sich alle dieses Aufbaus bedienten, waren unter anderem die federführenden Spieler. Ein Kennzeichen ist und wahr, Schwarz baut sich in aller Regel passiv auf und beschränkt sich zunächst darauf, die dritte (sechste) Reihe nicht zu überschreiten. Schwarz wartet ab, was Weiss zu unternehmen gedenkt.

Die wesentlichen typischen Aufbauten aus weisser Sicht bestehen in einem Maroczy-Aufbau mit den Bauern auf c4, e4 und f3. Die weissen Läufer werden dann in aller Regel auf e2 (f1) und e3 platziert. Diese Stellung kann zum Beispiel aus einer offenen sizilianischen Partie entstehen.

Aus der englischen Eröffnung hingegen entsteht nicht selten ein Aufbau mit einem Fianchetto des Läufers nach g2. Andersson spielte mit Weiss diesen Aufbau unzählige Male. Die aus seiner Sicht typische Methode war, den schwarzfeldrigen Läufer auf f6 gegen den Springer zu tauschen, die Dame nach f4 zu stellen und mit dem Turm Druck auf d6 auszuüben. Nicht selten folgt das Springer-Manöver Sb1-c3-e4.

In der heutigen Partie zeigen beide Spieler, die für ihre Seite typischen Ideen. Auch wenn es sich um unspektakuläres und optisch langweiliges Schach handelt, sind die Themen der Auseinandersetzung durchaus abwechslungsreich. Neben der Frage, wo stehen meine Figuren am effektivsten, geht es auch um zukünftige Endspielthemen, bei denen der Raumgewinn eine gewichtige Rolle spielt.

Ich wünsche viel Spass beim Studium der Partie!

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