1973 wurden beim Interzonenturnier von Leningrad drei Plätze für das kommende Kandidatenturnier ausgespielt. Mit dabei die besten Schachspieler aus dem Osten, darunter unter anderem Kortchnoi, Karpov, Tal, Taimanov und erfreulicher Weise aus deutscher Sicht Wolfgang Uhlmann und Dr. Robert Hübner.

Im Vergleich zum Interzonenturnier 1970 wirkte Robert Hübner sehr unausgeglichen und war stets unzufrieden mit sich und seinem Spiel. Nach Einschätzung von Zeitzeugen wurde die Stimmungslage Hübners auch durch lange Wartezeiten vor den Mahlzeiten und das Verhalten des Publikums im Spielsaal beeinflusst. Während Robert Hübner glaubte, sich in einer Großarkthalle zu befinden, wähnte sich Michael Tal bei einem Fussballspiel.

Wolfgang Uhlmann konnte an seine Form aus dem letzten Kandidatenturnier nicht anknüpfen und landete im geschlagenen Feld. Robert Hübner hingegen erging es besser und teilte am Ende mit 10 von 17 möglichen Punkten, den geteilten 5. / 6. Platz, hinter Kortchnoi, Karpov, Byrne und Smejkal.
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Die entscheidende Situation in Robert Hübners Partie gegen Anatoli Karpov wurde in unzählige Taktikbücher aufgenommen. Durch ein Springeropfer im richtigen Moment zeigt sich nicht nur die Klasse Hübners bei der Durchführung der Kombination, sondern auch die Fähigkeit eine solche Wendung vorbereiten zu können.

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