September 25, 2021

Laras Blog: German Masters 2021 – Aus der Achterbahn geflogen

Autorin: FM Lara Schulze
 
Vier Runden des German Masters sind gespielt. Ich habe nicht den besten Start erwischt und bin beim schachlichen Achterbahnfahren das ein oder andere Mal aus dem Wagen gefallen. Aber der Reihe nach:
Am Donnerstag wurden zunächst auf der technischen Besprechung die Startnummern ausgelost. Dazu zog jede Spielerin einen Hanuta-Schokoriegel vom Tablett, auf dessen Rückseite eine Startnummer abgebildet war. Eine sehr leckere Auslosung .
Zuerst musste ich mit Schwarz gegen Ketino Kachiani-Gersinska spielen. Ich kam gut aus der Eröffnung und erreichte einen dynamischen Ausgleich, bei dem ich einen Bauern opferte, dafür aber das Läuferpaar und Druck gegen das weiße Zentrum bekam. Mit der hübschen Taktik 20…Sa3! kam ich sogar in Vorteil, da sich nach der forcierten Variante 21.Sxb6 Sxc2 22.Sxa8 Sxa1 der weiße Springer in der Ecke nicht besonders wohlfühlt. Keti verteidigte sich aber kreativ, indem sie meinem Läufer auf g6 mittels g4, h4 und h5 die Luft abschnürte und hielt das Endspiel mit Minusbauer gegen mich Remis.
Ab Runde 2 stieg ich in die Achterbahn ein. Gegen Antonia Ziegenfuß misslang mir die Eröffnung völlig, sodass sich mein kompletter Damenflügel nicht entwickeln konnte und sich zudem mein König auf d8 befand. Antonia fand allerdings keinen geeigneten Weg, um dies auszunutzen und entließ meine Figuren aus ihrem Gefängnis, sodass ich zwischenzeitig mit einem Mehrbauern dastand. In der Zeitnotphase überlegte sich Antonia aber interessante Tricks, um einen Bauerndurchbruch hinzubekommen. In der Eile sah ich nicht, wie mein Springer die Bauern aufhalten kann. Sehr ärgerlich, da hatte ich wohl vergessen mich in der Achterbahn anzuschnallen.
 
Gegen Melanie Lubbe erreichte ich einen aussichtsreichen Angriff und einen starken Läufer, der auf der der langen Diagonalen bis nach g7 wirkt. Melanie konnte aber alle Probleme am Königsflügel lösen, in dem sie genug Verteidigungsfiguren heranführte. Nach einem Qualitätsopfer ihrerseits musste sich mein König in die Mitte des Brettes wagen, um den Laden zusammen zu halten. Zwei Bauern gingen allerdings über Bord und alle Dauerschachideen funktionierten nicht.
Meine Gegnerin der vierten Runde war Jana Schneider. Auch hier kam ich mit Schwarz direkt gut aus der Eröffnung und erhielt zwei gefährliche Läufer, die gegen ihren König zielten. Nachdem ich allerdings den einen der beiden abtauschen ließ und sich auch alle Mattideen als zu langsam herausstellten, sah meine Stellung nicht besonders gut aus. Ein Freibauer auf a6 gepaart mit einem Läufer auf b7 ließen mich eine ganze Weile zittern. Ich konnte mich aber mit einer geschickten Verteidigung und einem Übersehen ihrerseits ins Remis retten und immerhin diese Achterbahnfahrt mit ein paar Kratzern überstehen.
Alles in allem also ein sehr durchwachsener Start. Nun bin ich allerdings motiviert, in der zweiten Hälfte des Turniers durchzustarten und auch noch ein paar ganze Punkte zu holen. Drückt mir die Daumen, dass dies klappt!
Morgen um 14 Uhr geht es weiter. Ich spiele mit Weiß gegen Marta Michna. Ihr könnt unter anderem auf chess24 die Partie live verfolgen.
 
Bis bald,
eure Lara
Liveübertragung auf chess24:
Meine Homepage: www.laraschulze.de
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