Juni 18, 2021

Wolfgang Unzicker auf den Spuren Tals 

Neben Dr. Emanuel Lasker, Dr. Siegbert Tarrasch, Dr. Robert Hübner und Wolfgang Uhlmafnn gehört er zu den ganz großen Spielerpersönlichkeiten des deutschen Schachs im letzten Jahrhundert. Er erlernte als zehnjähriger Bub, im Sommer des Jahres 1935, das Schachspiel von seinem Vater und wurde bereits vier Jahre später zu einer Talentsichtung des großdeutschen Schachbundes eingeladen. 1950 wurde ihm der Titel eines Internationalen Meisters verliehen, 4 Jahre später folgte der Großmeistertitel.  

Neben zahlreichen Turniererfolgen bestritt er für die westdeutsche Nationalmannschaft insgesamt 386 Einsätze und vertrat die BRD bei 13 Schacholympiaden sowie 5 Mannschaftseuropameisterschaften. Im Gegensatz zu vielen anderen Schachgrößen war er auch im fortgeschrittenen Alter aktiv und teilte sich im Jahr 1990 beim Turnier in Daugavpils (Sowjetunion/Lettland), im bescheidenen Alter von 65 Jahren, den ersten Platz mit dem jungen Alexei Schirow. Sein letzter Turniererfolg stammt aus dem Jahr 1994. 

In den 50er und 60er Jahren zählte er hinter den sowjetischen Spielern zu den besten Spielern der westlichen Hemisphäre und genoss bei den sowjetischen Spielern hohes Ansehen. Bei der Mannschaftseuropameisterschaft im Jahr 1973, in der geschichtsträchtigen Gegend von Bath, traf er als Spitzenspier der westdeutschen Mannschaft auf den entthronten Weltmeister Boris Spassky und überzeugte mit einer dynamischen Spielweise, die verblüffend leicht aussieht, in Wahrheit aber als die hohe Schule des Schachs bezeichnet wird. Hierbei folgte er einer Partie Michael Tals, welcher Boris Spassky ebenfalls mit den schwarzen Steinen und der gleichen Eröffnung, 4 Monate zuvor, vernichtend geschlagen hatte. 

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie. 

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