November 27, 2020

Robert versus Robert

Die heutige Partie ist historisch insofern bemerkenswert, da diese die einzige Partie zwischen den beiden Kontrahenten ist, die jemals gespielt wurde. Zwei Kontrahenten die unterschiedlicher kaum seien konnten. Auf der weißen Seite des Brettes, der stets Aufmerksamkeit erregende US-Amerikaner mit deutschen Wurzeln, Robert James (Bobby) Fischer, Liebling der Massen, Alptraum der Organisatoren, der bis zu dem Zeitpunkt als die Partie gespielt wurde und ohne bis dahin den Weltmeistertitel erobert zu haben, stets am und neben dem Schachbrett für Furore sorgte.

Auf der schwarzen Seite der neue Shooting-Star der west-deutschen Schachszene, scheu, zurückhaltend und aufgrund seiner akribischen Art nicht immer leicht zu nehmen. Er mauserte sich in kürzester Zeit von einem hoffnungsvollen Talent zu einem der weltbesten Spieler. Hübner selbst hatte sich über das Zonenturnier in Athen, 1969, für diese Event qualifiziert, was schon als Erfolg galt.

Fast hätte es diese Paarung gar nicht gegeben, denn der US-Amerikaner war zunächst gar nicht für dieses Turnier qualifiziert. Nach seinem grandiosen Auftritt beim Interzonenturnier in Sousse, 1967, brach Fischer haushoch in Führung liegend das Turnier ab und spielt für lange Zeit keine einzige Partie mehr. Erst beim denkwürdigen Wettkampf, Match des Jahrhunderts, UDSSR gegen den Rest der Welt, im Frühjahr des Jahres 1970, sah man ihn wieder am Brett sitzend, dabei beeindruckte er sehr.

So kam es, begünstigt durch weitere Turniererfolge, dass sein Landsmann Pal Benkö, für ein Handgeld, die Rede war von 2.000 USD, “freiwillig” auf sein Startrecht verzichtete und somit Fischer die Teilnahme ermöglichte.

Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie.

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