Wegen einer Bombendrohung ist das Cosmos-Hotel in Moskau geräumt worden und die erste Runde wurde abgesagt. Die Polizei sagt, es dauert 3 bis 4 Stunden bis man wieder das Hotel betreten darf. Alle mit luftiger Kleidung bekamen warme Decken, denn es ist kalt in Moskau. Die erste Runde wurde für Morgen neu angesetzt. An einem noch zu bestimmenden Tag wird eine Doppelrunde gespielt.

Fotos nach der Bombendrohung (Offizielle Seite)

Hotel Cosmos

Das Aeroflot International Chess Festival findet vom 18. Februar (Ankunft) bis zum 1. März 2019 (Abreise) in Moskau statt. Dieses Großereignis, in der Breite eines der stärksten Opens der Welt, steht allen Schachspielern offen, vom Anfänger bis zum Großmeister. Im A-Turnier gilt dabei offiziell eine Elo-Untergrenze von 2550, wobei es zahlreiche Ausnahmen gibt (fast die Hälfte der 94 Teilnehmer), vor allem für Jugendliche. Dennoch gilt: “leichte” Gegner gibt es in der A-Gruppe nicht, 70 der 94 Spieler haben den GM-Titel – GM-Normen können nicht an zu wenigen großmeisterlichen Gegnern scheitern.

Das Festival findet wie immer “unter den Flügeln” des Hauptsponsors statt: Die russische Fluggesellschaft ” Aeroflot ” im Hotel Cosmos, eines der größten Hotels in Moskau, mit mehr als 1700 Zimmern und etwa 20 Minuten vom Roten Platz entfernt.

37 Spieler der Teilnehmerliste besitzen eine Elozahl ab 2600, der letzte ist Alexander Donchenko (Deutschland) mit genau 2600. Insgesamt sind zwei deutsche Spieler am Start – neben Donchenko auch Rasmus Svane (Elo 2599). Jeweils (und auch für andere Spieler) ist es die für die Auslosung relevante offizielle Februar-Elo, live-aktuell (Gibraltar mit berücksichtigt) liegt Svane (2607) vor Donchenko (2595).

Die Teilnehmerliste wird angeführt vom Chinesen Wei Yi mit stolzen Elo 2733. Mit Fedoseev, Wang Hao, Kovalev und Mamedov folgen weitere 4 Spieler der 2700er Klasse. Nicht nur aus deutscher Sicht interessant: der Aeroflot-Sieger qualifiziert sich für Dortmund – zwar dieses Jahr erstmals ohne Kramnik, aber sicher mit anderen absoluten Weltklassespielern. Fedoseev und Kovalev schafften es bereits in der Vergangenheit, Wei Yi erzielte 2016 (Sieger damals Evgeniy Najer) relativ bescheidene 5/9.  Kovalev hat sich gerade als Sieger der Challenger Gruppe in Wijk aan Zee für sein zweites Superturnier qualifiziert.

Die Spieler/innen kommen aus 21 unterschiedlichen Ländern. Die grösste Delegation nicht etwa aus Russland (immerhin 20) sondern aus Indien (24 Teilnehmer im A-Turnier, weitere in den russisch dominierten B- und C-Turnieren). Elobeste Inder sind die etablierten Sasikiran, Sethuraman und Ganguly, dahinter vor allem junge Talente: Aravindh, Nihal Sarin, Karthikeyan, Praggnanandhaa, Gukesh – um nur einige zu nennen. Es wird sich zeigen, ob Murali Karthikeyan sein großartiges Gibraltar-Ergebnis (sensationell Platz zwei) bestätigen kann. Gukesh (*2006) wird noch als IM geführt, hat aber alle Voraussetzungen für den GM-Titel erfüllt und wird demnächst der derzeit jüngste Großmeister – Karjakins Rekord als jüngster GM aller Zeiten hat er nur knapp verfehlt.

Elobeste Spieler U18 sind allerdings die Iraner Firouzja und Tabatabaei, der Rumäne Deac und der Russe Esipenko.

Dronavalli Harika, die zur Zeit in St. Lous beim Cairns Cup spielt, ist eine von offenbar zwei Damen im A-Turnier – wie WIM Zhu Jiner mit Sondergenehmigung. Die Setzliste des B-Turniers wird von Altmeister Waganjan angeführt, ansonsten im B- und C-Turnier keine bekannten Namen und diesmal (im Gegensatz zu früheren Auflagen) keine deutschen Teilnehmer.

Gespielt wird ab dem 19.2. ohne Ruhetag bis zum 27.2, jeweils ab 15:00 Ortszeit (13:00 in Mitteleuropa). Das gesamte Preisgeld der drei Turniere beträgt 120.000 € (18.000€ für den Sieger der A-Gruppe). Im Blitzturnier am 28.2. werden weitere 20.000€ verteilt (5.000€ für den Sieger). Erfahrungsgemäss werden da weitere starke russische Spieler mitmischen, möglicherweise z.B. der Moskauer Karjakin.

[bearbeitet von Thomas Richter]

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