Mai 24, 2024

Der junge Capablanca III


Zeitgenossen bescheinigten Capablanca einen Spielstil von außerordentlicher Leichtigkeit und Eleganz. Auftreten und sein Äußeres standen seinem Spiel in nichts nach. Er war sehr sportbegeistert und liebte Tennis. Neben dem Schach sah er seine Berufung in der Tätigkeit als Politiker und Diplomat. Seine leicht gebräunte Haut, seine fröhlichen Augen ließen ihn in seinem Smoking, mit Chrysantheme im Revers, stets als Gentleman und Lebemann erscheinen.

Im Jahr 1913 gab er Gastspiele in den USA, Kuba und Europa, darunter in Moskau, Wien, Paris und Berlin, wobei er auch in einigen russischen Städten Station machte. In Riga traf er auf seinen Freund, Aaron Nimzowitsch, gegen den er eine Schaupartie spielte. Diese Partie sehen wir heute.

Capablanca urteilte hierzu später “Dies war eines meiner besten Endspiele… mein Gegner erkannte meinen Sieg neidlos und mit großer Bewunderung an“.

Auch wenn Capablanca, im Vergleich mit anderen Schach-Weltmeistern, scheinbar wenig zur Weiterentwicklung des Spiels beitrug, so gilt dennoch, dass sein positionelles Spiel und seine filigrane Spieltechnik, viele Generationen geprägt hat. Seine Partien dürfen schlicht in keinem Lehrbuch fehlen.
Ich wünsche viel Spaß beim Studium der Partie!

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