Der Präsident des DSB beanstandet Beiträge des Schach-Tickers

Am 23.7.2019 schrieb mir Herr Ullrich Krause, Präsident des DSB, eine Mail die sinngemäß folgenden Inhalt hat:

Er beklagt sich über die Veröffentlichung des Beitrags von Herrn Geibel, nachzulesen unter:

Das Schild beim Kongress in Magdeburg zeigt es an: Links von DSB-Präsident Ullrich Krause sitzt Thomas Cieslik. (Foto: Deutscher Schachbund)

https://www.chess-international.com/?p=10101. In dem Beitrag geht es um den neuen Referenten für Öffentlichkeitsarbeit, Herrn Cieslik, der allerdings schon über ein halbes Jahr nicht in Erscheinung getreten ist. Eine durchaus berechtigte Frage war, wann denn nun Herr Cieslik endlich aktiv wird.

Meine Veröffentlichung auf dem Schach-Ticker weckte die Neugier des Präsidenten, der mich daraufhin bat meine Motive offen zu legen, warum ich diesen Beitrag veröffentlicht habe, er werde danach entscheiden ob die Kooperation zwischen dem DSB und mir weiterhin Gültigkeit hat. Mit Kooperation war gemeint, dass die stille Vereinbarung, Artikel von der DSB-Seite 1:1 übernehmen zu dürfen, nicht mehr gilt, wenn meine Motive Herrn Krause nicht gefallen. Des weiteren warf mir Herr Krause vor, dass ich alle mir zugeschickten Texte veröffentliche und mich der Inhalt nicht interessieren würde. Ich wäre ja nur an vielen Klicks interessiert.

Am Ende ein Satz den ich schon etwas dreist finde. Herr Krause wundert sich, dass ich ihm geschrieben habe dass der DSB auch mal eine Kröte schlucken muss, wenn Kritik berechtigt wäre. Er ließ durchblicken dass er sich wundert, dass ich den Deutschen Schachpreis erhalten habe.

Meine Mail an Herrn Krause im Wortlaut:

Guten Tag Herr Krause,

> der Schach-Ticker ist auch eine Plattform wo jeder seine Meinung äußern kann, wenn sie denn von überregionalem Interesse ist. Das ist schon oft so gewesen. Denken  Sie an die Affäre Jordan. Selbst Herr Jordan hätte seine Sichtweise darlegen können, tat es aber nicht. Rogozenko äußerte ebenfalls seinen Unmut auf dem Schach-Ticker, ohne negative Folgen.

> Ich kann nicht erkennen an welcher Stelle Herr Geibel beleidigend oder sich rufschädigend geäußert hat. Was er in der Hauptsache bemängelt ist, dass der *Referent für Öffentlichkeitsarbeit* noch nicht in Erscheinung getreten ist. Diese Ansicht teile ich und die breite Masse der Schachspieler auch. Die Kröte muss der DSB schlucken, so leid es mir tut. Wenn Sie der Meinung sind, auf Grund des Artikels, mir die Zusammenarbeit aufzukündigen, so kann ich das nicht verhindern.

Meine Unabhängigkeit gebe ich nicht auf und Zensur gefällt mir schon Mal gar nicht.

Eine 2. Mail von mir an Herrn Krause:

Guten Morgen Herr Krause,

offensichtlich haben Sie die Mail an mich mit viel Frust im Bauch geschrieben. Anders kann ich mir Ihre unsachlichen Zeilen nicht erklären. Dazu nehme ich wie folgt Stellung:

1. Ich veröffentliche nicht alles was mir zugeschickt wird.

2. Mein Ziel ist es gute Arbeit zu leisten, wobei die Klickzahlen eine untergeordnete Stellung spielen. Der Schach-Ticker hat keine kommerziellen Interessen.

3. Der Deutsche Schachpreis ist mir vom DSB verliehen worden. Ich war selber überrascht. Wenn mir der Schachpreis verliehen worden wäre mit dem Hinweis/Verpflichtung in Zukunft nur Gutes über den DSB zu schreiben, so hätte ich ihn abgelehnt.

4. Eine Nachrichtenseite muss auch negative Ereignisse publzieren können. Also nicht ständig Kröten schlucken, sondern nur dann wenn es angebracht ist.

6. Sie nennen es Kooperation. Ich nenne es Vereinbarung. Wenn die Vereinbarung damit verbunden ist, nur Gutes über den Schachbund zu berichten, so verzichte ich gerne.

Ich bin daran interessiert wieder zur Sachlichkeit zurück zu kommen und würde mich daher freuen wenn Sie den gleichen Wunsch haben. Deshalb schlage ich ein persönliches Gespräch am Telefon vor. Die Telefonnummer haben Sie ja.

Zum Schluss noch eine Bemerkung. Ich mache/bearbeite den Schach-Ticker nicht aus finanziellem Interesse, sondern weil mir die Arbeit Spaß macht. Das bedeutet oft 14 Stunden Arbeit am Tag und das mit 79 Jahren. Den Schach-Ticker gibt es seit November 1999, also seit nunmehr 20 Jahren. Noch nie hat es Probleme mit dem DSB gegeben.

Mit freundlichen Grüßen
Franz Jittenmeier

Reaktion von Herrn Krause:

Er kündigte mir auf Facebook seine Freundschaft

Print Friendly, PDF & Email

21 Antworten

  1. Martin P. sagt:

    Klärt sowas bitte privat. Streit bringt keinem was und solche Veröffentlichung noch weniger. Ihr Engagement ist aller Ehre wert, das von Herrn Krause aber auch.
    Außerdem kann ich auch verstehen, dass es einem auch mal auf die Nerven geht als Präsident ständig kritisiert zu werden.
    Also setzt euch an einen Tisch, redet miteinander und hört auf euch medial unter Beschuss zu nehmen.

    • Franz Jittenmeier sagt:

      Sie vergessen meine Antwort auf die Mail von Herrn Krause. Hier noch einmal der Text:

      Ich bin daran interessiert wieder zur Sachlichkeit zurück zu kommen und würde mich daher freuen wenn Sie den gleichen Wunsch haben. Deshalb schlage ich ein persönliches Gespräch am Telefon vor. Die Telefonnummer haben Sie ja.

      Inzwischen ist über ein Monat vergangen.

    • Nein, immer alles unter der Decke halten wollen ist nicht der richtige Weg.

  2. Ossi Weiner sagt:

    Ehrlich gesagt finde ich es unangemessen, eine (private) Email Korrespondenz öffentlich zu machen – so etwas klärt man im direkten Gespräch unter erwachsenen Männern.

    Es fällt einfach, ehrenamtlich tätige Vorstände zu kritisieren, welche ihre Freizeit für eine guten Zweck opfern.
    Aber warum immer nur kritisieren, statt lieber mitzuarbeiten?
    Der Deutsche Schachbund wäre für jede Unterstützung dankbar, da bin ich mir sicher!

    • Franz Jittenmeier sagt:

      Wer hat hier wen kritisiert? Ich war zur Aussprache bereit. Herr Krause offensichtlich nicht. Ich wundere mich, dass ausgerechnet Sie einen Kommentar schreiben, Einer der in der Vergangenheit auch gerne ausgeteilt hat. Noch eins: Ich habe die Mail nicht veröffentlicht, sondern nur den Inhalt beschrieben.

  3. Bernard Verfürden sagt:

    Alles richtig gemacht, Franz. So eine Reaktion muss an die Öffentlichkeit. Der Beitrag von Herrn Geibel gleicht einem polemischen Kommentar, den man auf Seiten des DSB natürlich aushalten muss. Das darauf der DSB mit einer Sanktion droht, ist eigentlich unfassbar und zeigt die Unreife des Präsidenten.

    Schade, ich dachte der DSB wäre in den Jahren an seinen alten Fehlern gereift!

  4. EinFanvomSchachticker sagt:

    Lieber Herr Weiner, was wollten denn Sie damals bezüglich der negativen Schlagzeilen gegen Dr. Uwe Pfenning vor dem Wahlkampf bezwecken? Sowas hätte man auch privat klären können. Darüberhinaus sollten Sie sich auch einmal fragen, wie sich der “Mensch” Dirk Jordan fühlt… So emphatisch oder männlich Ihre Empfehlungen klingen mögen, sollten Sie lieber ganz still sein.

    • Ossi Weiner sagt:

      Einen Korruptionsskandal mit einer Schadensumme von Hunderttausenden Euro soll man “privat” klären können? Meinen Sie das im Ernst??
      Wie sich der “Mensch” Dirk Jordan fühlt, können wir natürlich nicht wissen. Könnte er möglicherweise Scham und Reue für seine Taten empfinden?

      Ich werde sicher nicht “ganz still” sein, denn ich setze mich für eine gute Sache ein, nämlich den deutschen Schachsport – genau wie Ullrich Krause, Uwe Pfennig, und viele andere. Das gleiche gilt auch für Franz Jittenmeier, auch wenn ich heute nicht seiner Meinung bin.

      • Lasmiranda Densevilla sagt:

        Sie setzen sich für den Schachsport ein? Ihr bisheriger Einsatz bestand ausnahmslos aus Hetze gegen Dr. Jordan und Pfenning. Bei Pfenning mussten Sie sogar eine Richtigstellung Ihrer Aussagen auf Befehl von Krause veröffentlichen. Der Schachsport kann sehr gut auf Ihren “Einsatz” verzichten.

        • Ossi Weiner sagt:

          Ich werde mich auch weiterhin gegen jede Art von Korruption einsetzen, ob es Ihnen passt oder nicht.
          Der Schachsport kann sehr gut auf unehrliche Funktionäre verzichten, sowie auch auf angebliche “Schachfreunde”, die solche finsteren Machenschaften gutheißen.

          • Lasmiranda Densevilla sagt:

            Die Bekämpfung von Korruption gehört nicht zu den Aufgaben eines Geschäftsführers. Sie sollten das den Profis überlassen und die Zeit besser in Dinge investieren, die Sie können. Vor dem DSB kannte ich Sie nicht, aber wenn ich nach Ihnen im Schachticker suche, fnde ich nur Sachen von Ihnen, die Menschen verletzen und angreifen, die im Schachsport viel Engagement gezeigt haben. Ich finde keinen einzigen normalen Beitrag von Ihnen. Nur Hetze und Anfeindungen. Beobachten Sie eigentlich auch Ihre Nachbarn mit dem Fernglas beim Mülltrennen?

  5. Rolf Bachmann sagt:

    Sämtliche Bekundungen der Beteiligten halten sich im Rahmen der freien Meinungsäußerung und sind auch von ihrer Motivation her nachvollziehbar. Herr Cieslik sollte, sofern noch nicht geschehen, über seine Tätigkeiten und Absichten einen Bericht veröffentlichen, Herr Jittenmeier sollte auf ihn hinweisen, und alles ist wieder in Ordnung.

  6. Ralf Mulde sagt:

    Wie kann man als kleiner Vereinsspieler das Verhalten des DSB-Präsidenten Krause, ja, des gesamten DSB nennen? Selbstherrlich? Arrogant? Verzweifelt? Wird man so mehr Menschen für Schach begeistern oder für die Mitarbeit in DSB-Gremien, was doch einmal die erklärte Absicht war? Man muss sich Sorgen um unseren Verband machen.

    Kein einziger Medienmacher schlägt willfährig die Hacken zusammen, wenn man ihr/ihm “von außen” Vorschriften zu machen versucht. Dergleichen mag in China Erfolg versprechen, aber nicht gegenüber ehrenamtlich (!!) Tätigen der deutschen Schachpresse. Vielmehr erzeugt Konfrontation immer Widerstand; es ist sicher so, dass der unklug handelnde DSB-Präsident eben das nicht benötigt.

    Während sehr kurzer Zeit gingen mit den Schachfreunden Chadt, Rädler, Deventer, Neumann, Blank, Weyer, Metzing eine Menge “Mann über Bord” bzw. wurden demokratiscsh abgewählt; Bundestrainer Rogozenko wurde beispiellos, nämlich in einem offenen Brief, eine “Abmahnung” gesandt; insgesamt ist diee Reihung kein gutes Zeichen für die Führungskünste der Beteiligten. Zwar waren einige der genannten Absprünge von niemandem verschuldet, weil sie z.B. auf gesundheitliche Probleme zurückzuführen waren, wie man hörte, aber insgesamt bleibt das Gefühl, dass man sich um den DSB mit seiner Art der “konfrontativen Führung” Sorgen machen muss.

    Angemessen wäre es also, konstruktiv mit der (an anderer Stelle, siehe unten, bereits als berechtigt zugegebenen) Kritik an der “unsichtbaren Öff.-Arbeit” des DSB umzugehen, um so für uns alle etwas Neues, Positives daraus zu schmieden. “Die Hauptaufgabe eines Präsidenten besteht nicht darin, die eigene Meinung durchzusetzen. Die Hauptaufgabe des Präsidenten ist es, einen gemeinsamen Weg zu finden und dann dafür zu sorgen, dass alle diesen gemeinsamen Weg mitgehen.” Zitat U.Krause, SM64. “Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit besteht seit Jahren Verbesserungsbedarf. Wir brauchen unbedingt einen grundlegend neuen Webauftritt, der von einer professionellen Agentur gestaltet werden wird. Darüber hinaus müssen die Kontakte zu den nicht-schachlichen Medien intensiviert werden.” Zitat Wahlprogramm Team U.Krause zum DSB-Kongress 2019.

    In einer Aktion, die man als Kurzschluss-Handlung vermuten darf, wurde vom DSB-Präsidenten & Co. (man darf ja hoffen, dass er noch nicht völlig alleine handeln muss) der Kontakt zum momentanen “Leitmedium” des deutschen Schachs abgebrochen. Was kann der DSB damit gewinnen? Wurde der nächste Zug überhaupt berechnet?

    (Ralf Mulde)

  7. tal sagt:

    Hat der Präsident des DSB jemals etwas von Pressefreiheit gehört? Leben wir in einer Bananenrepublik?
    Es kann doch nicht sein, dass beim DSB nur Ja-Sager akzeptiert werden.
    Ich kenne Herrn Jittenmeier nun schon mehrere Jahrzehnte. Mit Bestimmtheit weiß ich, dass er aus reinem
    Idealismus den Schach-Ticker betreibt. Die vielen tausend Klicks sind für ihn Bestätigung für seine Arbeit;
    monetär aber in keinster Weise relevant.
    Es ist vielmehr die Liebe zum Schach und der faire Umgang miteinander, der Herrn Jittenmeier antreibt.
    Ich hoffe sehr, dass er uns noch lange erhalten bleibt und mit seinen brandaktuellen Artikeln weiterhin
    (ohne Kontrollfreaks) erfreut!!

  8. M. Menacher sagt:

    Ich bin regelmäßiger Leser des Schach-Tickers und ich muss sagen, dass sich vor allem ein Autor besonders hervortut dem Schach zu schaden, nämlich Thomas Richter. Auch wenn die Autoren Ehrenamtler sind, so sollten die Beiträge schon ein gewisses Niveau haben. Erst kürzlich hat er hier https://www.chess-international.com/?p=11242 wieder mal bewiesen, dass er Elisabeth Pähtz nicht schätzt. Frau Pähtz, seit etlichen Jahren die Nummer Eins im deutschen Frauenschach, hat sich auch mal in einem Chessbase-Interview bitter über Herrn Richter beschwert, nachdem er abwertend über sie geschrieben hatte. Ich finde in diesem Fall schadet sich der Schach-Ticker in der Tat selbst und dem Schachsport.

  9. Also ich wundere mich schon über die Reaktion von Ullrich Krause. Da muss er einen schlechten Tag gehabt haben? Übrigens ist Herr Geibel nicht irgendwer, und auf seine wohl formulierten Fragen hätte er durchaus eine Antwort verdient gehabt. Gerne auch vom Angesprochenen. Ansonsten möchte ich mich bei Franz Jittenmeier für seine tolle Arbeit bedanken. Ich persönlich hätte ihm auch den Deutschen Schachpreis verliehen!

  10. Torsten Tamm sagt:

    Ich habe die Ergüsse des Herrn Geibel auch als dümmliche Provokation empfunden. Aber so etwas muss man als Verband aushalten. Und jetzt auf denjenigen einzuschlagen, der sie veröffentlicht, ist absolut kleinlich.

  11. Sven Schacht sagt:

    Die selbstherrlichen alten weißen Männer vom Schachbund dürfen gerne etwas Demut zeigen. Wie Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet wird (Jordan), wie mit Frau Pähtz umgegangen wird, wie Herr Jittenmeier behandelt wird, wie antiquiert der Internetauftritt ist… Unerträglich! Ich verfolge interessiert die Schachszene in Deutschland und bin entsetzt über den Schachbund. So wird jeder Interessent schnell vergrault. Wann werden die Probleme endlich angegangen, statt zu pöbeln, Herr Krause?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.