Rechnet er noch oder denkt er schon?

1 Antwort

  1. Dr. Reinhard Munzert sagt:

    Liebe Schachfreunde,
    hier ist der dritte Teil meiner Buchbesprechung zu Game Changer (Sadler & Regan 2019):
    Neuro-Computing lässt sich verständlich beschreiben – auch im Schach!

    “Wenn ich weiter gesehen habe, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stehe” Isaac Newton (1676).

    Grundelemente, Strukturen, Prozesse, Mechanismen, Prinzipien und Dynamik neuronaler Netze lassen sich durchaus  veranschaulichen und erklären.
    Diese Rezension ist leider nicht der Ort, um menschliche und künstliche neuronale Netze darzustellen, ihre Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede aufzuzeigen. Im Buch wäre dies sicher ein weiter Pluspunkt. (Schwierig wird es erst, wenn man zahlreiche Schichten künstlicher neuronaler Netze übereinanderlegt. Dann entsteht eine Blackbox, die schwer zu durchschauen ist.)

    Deshalb noch eine Empfehlung für die deutsche Ausgabe des Buches, an der bereits gearbeitet wird: Für Leser, die sich bislang nicht mit biologischen und künstlichen neuronalen Netzen befasst haben, würde eine kurze Einführung mit Abbildungen solcher Netzwerke im Gehirn, in Computern und Systemen mit künstlicher Intelligenz das Verständnis von Neuro-Computing beträchtlich erleichtern.

    Auf den Schuldern von Riesen: Neuro-Computing and AĺphaZero

    Dies würde auch verhindern, dass Leser fälschlicherweise den Eindruck bekommen, Neuro-Computer und Systeme mit neuronalen Netzen seien eine Erfindung von DeepMind. Schon seit Jahrzehnten wird an Neuro-Computing weltweit gearbeitet. Das brilliante Team von DeepMind steht auf den Schultern von Riesen – was sich gut belegen lässt.

    Auch die Konzeption von neuronalen Netzen, neuronaler Architektur und entsprechender Mustererkennung für Positionserfassung und -bewertung im Schach sowie selbständiges Lernen sind keine Idee oder Innovation von DeepMind. Ich weiss das ziemlich genau, weil ich die theoretischen Grundlagen und Anregungen dafür vor Jahrzehnten selbst konzipiert habe (siehe den ersten Teil meiner Buchbesprechung). Die 3. Auflage meines Buches Schachpsychologie (weitverbreitetes Standardwerk) enthielt ab 1993 ein ganzes Kapitel (Nr. 27) über mögliche Neuro-Schachcomputer mit künstlichen neuronalen Netzen, Neuro-Computing, Mustererkennung, Assoziativem Gedächtnis,  Lernfähigkeit, künstlicher Kreativität & Intuition plus ausführlichem Literaturverzeichnis. Man sieht, auch ein Zwerg wie ich, kann mal was beitragen ☺.
    Dr. Reinhard Munzert

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