Mai 26, 2022

Münchner Teams in Aachen: mit der Kraft der Jugend

Hartmut Metz – Die Münchner Schachclubs lassen Vorsicht walten, obwohl sie am Wochenende in Aachen von den Tabellenplätzen her klarer Favorit sind. Mit jeweils 0:12 Punkten liegen die Gastgeber und der Düsseldorfer SK als weiterer Gegner auf dem zweit- und drittletzten Rang unter den 16 Klubs der Schach-Bundesliga. Aber speziell die Düsseldorder mit ihrem nicht ganz jungen, aber umso klangvolleren Kader dürften stärker sein, als die Tabelle suggeriert.

Ob Stefan Schneider (rechts), einem der Schweden im Bayern-Kader, die Ehre zuteil wird, sich mit der schwedischen Legende Ulf Andersson (links) zu messen? Oder mit Jan Timman? | Foto: Wolfgang Galow/FC Bayern, Düsseldorfer SK

Der Münchener SC 1836 hat sich mit 6:6 Punkten im Mittelfeld etabliert. Und der FC Bayern München schielt mit 9:3 Zählern in der Kaiserstadt auf einen Spitzenplatz im deutschen Oberhaus. Mit zwei Siegen am Samstag, 14 Uhr, gegen den Aachener SV und am Sonntag, 10 Uhr, gegen Düsseldorf, könnten die Bayern dafür sorgen, dass Ende Mai zwei Spitzenspiele in der Kurstadt anstehen, wenn es gegen Serienmeister und Tabellenführer OSG Baden-Baden (12:0) sowie die SF Deizisau (10:2) geht.

In umgekehrter Reihenfolge trifft der MSC 1836 auf Düsseldorf und Aachen. Mit zwei Siegen könnte der Aufsteiger praktisch das Ticket für eine weitere Saison im Oberhaus lösen.

„Wir wollen nicht ohne Punkte abreisen“, stellt Bayern-Abteilungsleiter Jörg Wengler klar. Die hat er sicher gegen Aachen eingeplant, auch wenn der Kapitän des FCB vor dem Gastgeber warnt. Im Gegensatz zum Reisepartner hat Aachen jedoch nur einen Großmeister in seinen Reihen mit dem Ungarn Gabor Nagy.

Anatoli Waisser. | Foto: Hartmut Metz
Anatoli Waisser. | Foto: Hartmut Metz

Schwieriger ist die Aufgabe gegen Düsseldorf. Der Tabellen-14. gilt als Wundertüte der Liga. Die Rheinländer verfügen über 13 Großmeister im Kader und könnten somit alle acht Bretter mit diesen besetzen und so einigen Teams gefährlich werden.

Die Schweden im Bayern-Team hoffen gewiss auf ihren Landsmann Ulf Andersson. Ihre Legende zählte dereinst zu den besten Spielern auf dem Globus, und auch wenn er mittlerweile 70 Jahre alt ist, ist es für jeden Schweden eine Ehre, mit Andersson eine Partie zu spielen.

Es könnte aber auch zu einem Duell der Gleichaltrigen kommen: Bei den Bayern spielt mit Zoltan Ribli ein anderes früheres Ass. Im Vergleich zu Anatoli Waisser ist der Ungar jedoch fast schon ein „Jungspund“. Der 73-jährige Franzose in Düsseldorfer Diensten wurde viermal Senioren-Weltmeister und gewann einst die russische Meisterschaft. „Wir haben ein paarmal knapp gewonnen, es könnte jetzt auch einmal umgekehrt kommen“, warnt Wengler, obwohl seine Truppe die jugendliche Kraft und Energie auf seiner Seite hat.

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