März 3, 2024

GM Alexandra Kosteniuk zur Ukrainekrise

Liebe Freunde, während dieser Wahnsinn weitergeht. Während meine Regierung Panzer in ein Nachbarland schickt und Einrichtungen im Hoheitsgebiet eines anderen Landes bombardiert. Solange es noch so viel Hass, Wut, Aggression, Leid und Ohnmacht gibt. Ich kann nicht einfach so weitermachen, als ob nichts los wäre, Bilder posten, über Ablenkungen reden und so tun, als ob nichts los wäre und als ob das, was los ist, mich überhaupt nichts anginge.

Alexandra Kosteniuk

Etwas Schreckliches, Unvorstellbares und Unerklärliches geschieht. Ich bin gegen jeden Krieg, gegen Aggression und Gewalt. Ich bin gegen Armeen, Waffen und Krieg, ganz gleich, welche „guten“ Gedanken sie zu erklären und zu begründen versuchen. Es schmerzt und macht mir Angst, wenn ich feststelle, dass die Menschen noch nicht gelernt haben, friedlich zu leben, obwohl das Jahr 2022 im Kalender steht.

Ich bin nicht bereit, mich auf irgendwelche Diskussionen über diesen Krieg einzulassen, wann und warum er begonnen hat und wie lange er schon andauert, ich bete nur, dass dieser Albtraum bald zu Ende ist und dass all die Aktionen, die jetzt stattfinden, nicht zu riesigen irreparablen Folgen für die gesamte Menschheit führen werden.

Vielleicht hat jeder von uns eine Mitschuld an dem, was heute geschieht. Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll und die Situation in der Welt und in Russland erinnert mich am ehesten an ein Tauziehen, bei dem, wie wir wissen, jeder Schritt zu einer schlechteren Position führt. Ich sage noch einmal: Kein Krieg und bete weiterhin für ein schnelles Ende dieses schrecklichen Albtraums. Selbst mit Sanktionen, Boykotten und einer völligen weltweiten Isolierung Russlands, vor allem aber mit einem Minimum an Opfern auf beiden Seiten.