Dezember 8, 2021

Siegertypen

Wer glaubte, das Fehlen der indischen 2600-Wunderknaben Praggnanandhaa, Gukesh und Nihal Sarin bei der Kramnik-Challenge mache die Aufgabe für Vincent Keymer leichter, den belehrte der deutsche Wunderknabe eines Besseren: Weniger direkte Konkurrenten im Feld bedeute weniger Gelegenheiten, sich durch Siege im direkten Vergleich von diesem Feld abzusetzen. Das erklärte Keymer am Sonntagabend, nachdem er die Kramnik-Challenge gewonnen hatte – unter anderem dank eines Sieges gegen den direkten Konkurrenten in der vorletzten Runde:

Keymer blieben während der drei Turniertage Vergleiche mit dem indischen Trio erspart. Die drei hatten entschieden, auf die Kramnik-Challenge zu verzichten. Stattdessen verstärkten sie die zwei Dutzend Spieler starke Gruppe indischer Spitzen- und Nachwuchsspieler, mit denen sich Alexander Donchenko beim RTU-Open in Riga herumschlagen musste – indirekt zumindest. Zu direkten Vergleichen kam es nicht.

Das hängt auch mit Alexander Donchenkos Fehlstart zusammen, der schließlich in ein perfekt gespieltes Schweizer Gambit mündete. Nach 1,5/3 zum Auftakt legte Donchenko sechs Siege am Stück hin. Seine unglückliche Niederlage im Zeitnot-Drama gegen den 60-jährigen Ralf Akesson erinnerte an die kurz zuvor in Biel erlittene Niederlage gegen Georg Seul (siehe dieser Bericht). „Diese beiden Nullen waren das Ergebnis von wenig Zeit auf der Uhr. Wenn man in so einer Phase nur eine Minute aus der vollen Konzentration raus ist, reicht das schon aus“, erklärt Donchenko.

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