September 18, 2021

Person des Tages: GM Alexei Shirov

Im Alter von 16 Jahren wurde er Kadettenweltmeister und gleichzeitig 1988, erwarb er das Recht, in der ersten Liga der UdSSR-Meisterschaft zu spielen. Es wurde klar, dass in Riga ein sehr fähiger Schachspieler auftauchte, der auf große Erfolge wartete. Das bestätigte Mikhail Tal, der den jungen Landsmann ins Trainingslager einlud. “Dieser Junge zählt schon besser als ich!” – rief der ehemalige Weltmeister aus, überzeugt von Alexejs scharfem Kombinationsblick.

GM Alexei Shirov

Mitte der 90er Jahre war Shirov einer der stärksten Großmeister der Welt. 1997 gewann er ein Turnier in Madrid, und ein Jahr später in Linares. Das Jahr 1998 brachte ihm einen weiteren Erfolg: Er gewann seine Herausfordererpartie gegen Wladimir Kramnik mit 5,5-3,5 (zwei Siege und sieben Remis) und verdiente sich damit das Recht auf ein Match mit Weltmeister Garry Kasparov. Luis Rentero, der Hauptsponsor des Wettbewerbs um die Schachkrone, weigerte sich jedoch, das Match Kasparov-Shirov zu finanzieren.

Das war natürlich unfair gegenüber Alexej, der versuchte, die Berechtigung der Geschehnisse vor Gericht anzufechten. Leider bekam er am Ende aber keine Chance, einen Weltmeisterschaftskampf zu bestreiten… Ende 2000 besiegte Vladimir Kramnik in London Garry Kasparov und wurde der vierzehnte Weltmeister. Im selben Jahr erreichte Alexei Shirov das Finale der FIDE-Weltmeisterschaft, verlor aber gegen Vishy Anand. Leider wurde auch diese Chance auf den Titelgewinn vertan.

Alexei Shirov hat viele Fans, die ihn für seinen klugen Spielstil und seine langjährige Hingabe zum Schach schätzen. Dieser hervorragende Großmeister hat Dutzende von Turnieren gewonnen und Hunderte von schönen Partien gespielt. 2007 erreichte er erneut das Weltcup-Finale (und verlor gegen Gata Kamsky), 2009 gewann er ein Superturnier in Sofia und 2010 in Shanghai.

In den 1990er-Jahren zog der gebürtige Rigaer nach Spanien und war dort Leiter der Schachmannschaft des Landes. Dann kehrte Alexei Shirov nach Lettland zurück und vertrat dieses Land im Präsidium. In seiner Heimat erwies sich Schirow als tatkräftiger Organisator; seine Rückkehr belebte das Schachleben in der Republik erheblich. So wurde zum Beispiel fünfmal das Vladimir-Petrov-Memorial sowie der Winter- und Sommercup von Alexej Schirow für Kinder veranstaltet. 2017 wurde das traditionelle Schnellschach- und Blitzfestival in Jurmala dem Gedenken an Michail Tal gewidmet; das Blitzturnier wurde vom Hauptorganisator Alexei Shirov überzeugend gewonnen.

Der Großmeister hat sich als kühner Experimentator erwiesen; auf seine Anregung hin begannen in Lettland neue Zeitkontrollen gefördert zu werden, und er selbst nimmt regelmäßig an diesen Schnell- und Blitzturnieren teil und gibt seine reichen Erfahrungen an lettische Schachspieler weiter. Dank Shirovs Rückkehr und Igor Kovalenkos Wechsel zum lettischen Verband hat sich die Nationalmannschaft spürbar verstärkt; auch junge talentierte Schachspieler – Nikita Meshkov, Artur Bernotas und andere – wachsen heran. Aufgrund von Unstimmigkeiten mit der Führung des lettischen Schachverbandes kehrte Alexei Shirov 2018 jedoch wieder unter das Banner des spanischen Schachverbandes zurück.

Alexej nimmt weiterhin recht erfolgreich an Wettbewerben mit klassischer Zeitkontrolle teil. So gewann Shirov Ende 2013 überzeugend einen Schaukampf gegen den jungen russischen Großmeister Daniil Dubov, und im April 2014 wurde er als Mitglied des Malakhit-Teams (Jekaterinburg) russischer Meister.

Alexei Shirovs berühmtes zweibändiges Buch “Feuer auf dem Schachbrett” wurde vor einigen Jahren auf Russisch veröffentlicht. Dank Shirov wurden in Lettland Bücher über Vladimir Petrov und Mikhail Tal veröffentlicht.

 

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