Alexander Naumann bei der Bundesliga Anfang März in Berlin

Die deutsche Frauennationalmannschaft hat einen neuen Kapitän. Der 40-jährige Großmeister Alexander Naumann wird 2019 und hoffentlich auch darüber hinaus die Verantwortung für die Frauennationalmannschaft übernehmen.

Alexander war in den 1990er Jahren einer der besten Jugendspieler der Welt, der regelmäßig Spitzenplatzierungen bei internationalen Jugendturnieren erzielen konnte. Mit der Nationalmannschaft gewann er als Spieler 2003 den Mitropacup. Für Deutschland 3 nahm er 2008 an der Schacholympiade in Dresden teil.

Alexander entschied sich gegen eine Profilaufbahn und ist als Apotheker berufstätig. Trotzdem ist er weiterhin – vorrangig als Mannschaftsspieler – schachlich aktiv und wurde u.a. mit der SG Solingen 2016 Deutscher Meister.
Er ist Familienvater und lebt in Sachsen-Anhalt, wo er geboren und aufgewachsen ist.

Alexander, den ich im Rahmen der A-Trainerausbildung 2017 kennengelernt habe, genießt im deutschen Schach nicht nur aufgrund seiner schachlichen Fähigkeiten, sondern auch als Persönlichkeit großen Respekt, so dass die Entscheidung unseres Bundestrainers Dorian Rogozenco, ihn mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe zu betrauen, folgerichtig ist.

Bei dieser Gelegenheit bietet es sich an, einen kurzen Blick auf die Situation der Frauenmannschaft zu werfen. Bei den letzten Turnieren hat sich gezeigt, dass Deutschland wie auch viele andere westeuropäische Nationen vor enormen Herausforderungen steht, um mit Nationen zu konkurrieren, in denen die Nationalspielerinnen in der Regel Profispielerinnen sind. Die Tatsache, dass unsere besten Spielerinnen zu einem großen Teil studieren oder berufstätig sind, muss man akzeptieren und im Rahmen der Vorbereitung auf die wichtigen Mannschaftsturniere berücksichtigen. Zudem gilt es, unsere erfolgreichen Nachwuchsspielerinnen wie Fiona Sieber (U16-Europameisterin 2016), Jana Schneider (U16-Vizeeuropameisterin 2017) und Annmarie Mütsch (U16-Weltmeisterin 2018) schrittweise in die Nationalmannschaft zu integrieren.

Da unsere seit Jahren mit Abstand beste Spielerin Elisabeth Pähtz bereits Ende 2018 erklärt hat, dass sie dieses Jahr eine Nationalmannschaftspause einlegen möchte, wird 2019 ein Jahr des Übergangs, bei dem es darum geht, die Weichen dafür zu stellen, in den kommenden Jahren den Anschluss an die führenden Nationen wiederherzustellen. Elisabeth hat sich in den vergangenen Jahren stets in den Dienst der Mannschaft gestellt, wofür wir ihr sehr dankbar sind. Ihren Wunsch, sich 2019 auf hochkarätige Einzelturniere zu konzentrieren, können wir nachvollziehen.

IM Elisabeth Paehtz, Berlin 2019 (Maria Jemeljanowa)

Zwischen allen Verantwortlichen besteht Einigkeit, dass wir im Mädchen- und Frauenbereich große Anstrengungen unternehmen müssen und wollen, um zukünftig erfolgreich zu sein.

Alexander Naumann in der Wikipedia

Andreas Jagodzinsky
Referent für Leistungssport

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