November 28, 2020

Dan statt Ken: Online-Cheating als Herausforderung für Schachvereine (II)

Der erste Teil dieses Beitrags endete mit einem Appell: „Jeder online aktive Verein sollte sich zum Wohl seiner Mitglieder über seine Position [zu möglichem Cheating in den eigenen Reihen] klar werden, bevor es einen Anlass dazu gibt.“ Der zweite Teil geht nun der Frage nach, auf welcher Grundlage eine solche Entscheidung überhaupt getroffen werden kann. Kurz: Was wissen wir über Cheating? Dabei gilt es nicht nur ein grundsätzliches Informationsdefizit zu beklagen, sondern auch spannende Forschungsergebnisse u.a. aus der Verhaltensökonomie zu beachten. Am Ende stehen dann fünf Checkpunkte für die nächste Mitgliederversammlung.​

Perspektivwechsel: Online-Cheating als Herausforderung für Schachvereine (I)

Die ewige Frage: Wie Cheating identifizieren?

Jede Debatte zu einem konkreten Cheating-Verdacht landet früher oder später bei der Frage: Woran erkennt man Cheating, wenn man gerade kein Foto des/der Verdächtigen zur Hand hat, das ihn/sie beim Befragen seines/ihres Smartphones zeigt? Es sollte klar sein, dass eine außergewöhnlich gute Performance an sich noch keinen hinreichenden Beleg darstellt. Denn dann würde es in der Konsequenz ausreichen, zur Entscheidung von Schachpartien „den Colt [auf den Tisch zu legen]“, wie Thorsten Cmiel sagt, sprich: Einfach im Vorfeld die ELO-Zahlen abzugleichen. Es sollte auch klar sein, dass eine nach den Standards von gängigen Analysetools fehlerfreie Partie (mit dem berühmten Prädikat „0/0/0“) nicht schon verdächtig zu sein braucht, nur weil sie nicht von einem Großmeister stammt:

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Dan statt Ken: Online-Cheating als Herausforderung für Schachvereine (II)

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