Text: FM Lara Schulze – Gestern war leider nicht mein bester Tag, ich holte 1,5 Punkte aus 3 Runden. Zudem hatte ich mehrere bittere Déjà-vus. Trotzdem ist noch alles drin. Heute werde ich nochmal angreifen.

Zuerst spielte ich gestern gegen die Polin Maria Malicka. Ich kam mit Schwarz hervorragend aus der Eröffnung und hatte gute Angriffschancen. Allerdings verlor ich zwischendurch etwas den Faden, sodass mein Angriff verflachte und in eine Stellung mit Schwerfiguren und ungleichfarbigen Läufern mündete. In der Zeitnotschlacht unterschätzte sie aber die Stärke meines Läufers und ließ meinen Turm in ihre Stellung eindringen (siehe Diagramm). So konnte ich den ganzen Punkt nach Hause bringen.

Als nächste Gegnerin folge Govhar Beydullayeva aus Azerbaijan. Ich überspielte sie positionell und gelangte in ein Endspiel mit Mehrbauer und der besseren Leichtfigur. Mit wenigen Sekunden auf der Uhr vermasselte ich die Stellung leider noch ins Remis, indem ich ihre einzige Remisidee durch Dauerschach zuließ. Dies war das erste Déjà-vu, denn bereits bei der WM 2018 stand ich gegen die Azerbajanin auf Gewinn und ließ sie noch ins Remis entkommen.

Das zweite Déjà-vu folgte sogleich gegen die Russin Elizaveta Solozhenkina. Gegen diese verlor ich auch 2018 bei der WM eine sehr ärgerlich Partie und gestern war es leider nicht anders. Als wir beide noch wenige Sekunden auf der Uhr hatten, ergab sich die folgende Stellung (siehe Diagramm). Chaos pur, fast alle Figuren auf dem Brett hängen. Keine von uns beiden hatte hier wohl mit nur 5 Sekunden pro Zug den kompletten Durchblick. Leider saß meine Gegnerin in dieser Stellung am längeren Hebel, da mein König schwächer war als ihrer. So verlor ich diese Partie und musste meine erste Niederlage in diesem Turnier einstecken.

Aber natürlich lasse ich mich nicht unterkriegen und versuche heute wieder mein Bestes zu geben. Denn noch ist alles möglich.

Wie bei der Olympiade wird auch bei diesem Turnier sehr gut kontrolliert, dass niemand eine Engine benutzt. Während der Partien muss die Webcam im Zoom Call die ganze Zeit angeschaltet sein. Die Spieler müssen auch ihren Bildschirm übertragen, damit der Schiedsrichter diesen kontrollieren kann. Zusätzlich benötigt man eine weitere Webcam im Zoom Call, die den Spieler und seinen Bildschirm von schräg hinten filmt. Es erfolgt also eine sehr gute Kontrolle.

Sehr positiv erwähnenswert ist übrigens mein Schiedsrichter, der auf alle meine Fragen im Zoom Chat bezüglich der Bedienung von „Tornelo“, Rundenzeiten etc. immer sehr freundlich antwortet. 🙂

Heute geht es wieder um 14 Uhr weiter mit der 7.Runde. Ich spiele gegen die Holländerin Robin Duson, gegen die ich beim Hoogeveen Open 2018 gewonnen habe. Hier hätte ich also gegen ein weiteres Déjà-vu absolut nichts einzuwenden.

Runde 8 folgt dann um 16 Uhr und Runde 9 um 18 Uhr.

Wie immer sind eure Daumen gefragt, die ihr am besten gedrückt haltet. 😉

Bis später!

Resultate

Quelle: Webseite FM Lara Schulze

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