Januar 15, 2021

Peter Lekos Meisterklasse

ür den Beobachter war der WM-Kampf 2004 zwischen Titelverteidiger Vladimir Kramnik und Herausforderer Peto Leko ein Drama. Für die Beteiligten noch viel mehr. 6:7 lag der Russe vor der letzten Partie zurück. Gesundheitlich angeschlagen, gelang ihm dennoch der Kraftakt, diese letzte Must-Win-Partie tatsächlich zu gewinnen. Mit einem 7:7-Unentschieden verteidigte Kramnik gerade so seinen Titel. Die entscheidende Phase dieser letzten Partie haben wir einst in unserer kleinen Kramnik-Biografie anlässlich seines Rücktritts dokumentiert:

Vladimir Kramnik – eine Karriere (II): von Manila bis Toiletgate

Peter Leko war nach dieser Niederlage, die keine war, erfüllt von ambivalenten Gefühlen. Einerseits war er stolz auf seine Leistung. Immerhin hatte er dem favorisierten Russen, der vier Jahre zuvor Kasparov vom Thron gestoßen hatte, ein Match auf Augenhöhe abgerungen. Andererseits war der Titel zum Greifen nahe gewesen, und dann hatte es doch nicht gereicht, eine gewaltige Enttäuschung.

Nach dem Match zog sich Leko für einige Zeit vom Schach zurück. Später sollte er nie wieder in die Nähe höchster Weihen kommen.

Peter Leko und Vincent Keymer bei der Eröffnung des Opens auf der Isle of Man 2019, bei dem sich Keymer die finale GM-Norm sicherte. | Foto: Maria Emelianova

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