März 1, 2021

Der Trend geht zum schnellen Blitzspiel

Arno Nickel wartete einen Monat auf den Zug seines Gegners in Sibirien. Wolfgang Eisenbeiss organisierte sogar eine Partie mit einem Spieler im Jenseits – sie dauerte fast acht Jahre. Inzwischen hat sich der ganze Charakter des Fernschachs für immer verändert.

„Ich habe mit 13 begonnen, Schach und Fernschach zu spielen, und habe niemals aufgehört“, sagt Fritz Baumbach. „Ein Fernschachspieler sagte mal: ‚Für einen Fernschachspieler ist das ganze Leben eine ununterbrochene Partie Schach‘.“

„Die Niederlage im Fernschach tut richtig weh, weil man da vielleicht ein, zwei Jahre Arbeit reingesteckt hat und vielleicht sogar auf Gewinn stand, und man macht einen dummen Fehler, manchmal durch Übereilung, weil man schnell noch den Zug wegschicken will, und dann ist die Partie im Eimer“, sagt Arno Nickel.

Was soll ich schreiben? Mir fällt nichts ein. Fernschachspielern geht der Stoff nie aus.

Ein Gegner auf der anderen Seite der Mauer

In der DDR war Grenzenüberschreitendes beliebt und schon die Suche nach einem Fernschachgegner jenseits des Eisernen Vorhangs abenteuerlich. Wie viele Jugendliche seiner Generation ist Frank Voigt aus Ostberlin bedingungsloser Fan von Borussia Mönchengladbach und freut sich, als seine Borussia im UEFA-Cup erstmals auf einen DDR-Club trifft.

„Hier ist es. In Magdeburg … Das ist das Datum: 16. September 1981. 3:1 verloren. Aber Rückspiel 2:0, und damit ist Gladbach weitergekommen.“ Der 16. September ist ein Mittwoch. Frank reist einen Tag früher an und kauft auf, was er an Karten bekommen kann. „Und am nächsten Tag bin ich dann – das war das Vereinscasino von Magdeburg – da habe ich mich dann still in so eine Ecke gesetzt und dann gewartet.“

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