September 25, 2021

Gibt´s was zu feiern?

Arbeiterolympiade 1931 in Wien

Stefan Löffler – Nicht jedes Jubiläum muss begangen werden. Adolf Anderssens 200. Geburtstag wurde 2018 ignoriert, Emanuel Laskers 150. Geburtstag dafür umso häufiger zelebriert. Heuer ist es 150 Jahre her, seit im Kurhaus Baden-Baden das erste Weltklasseturnier der Schachgeschichte stattfand. Die Besten jener Zeit wirkten mit, Kolisch nicht als Spieler sondern Impressario. Anderssen siegte vor dem aufstrebenden Steinitz. Waren zuvor Zweikämpfe üblich, traf nun jeder zweimal auf jeden. Erstmals wurde die Bedenkzeit nicht mit Sand sondern Uhrwerken gemessen. Obwohl die Front des Deutsch-Französischen Kriegs ganz in der Nähe verlief, wurde das Turnier zu Ende gespielt. Ob und wie 1870 gedacht wird, wenn Carlsen, Caruana und Co über Ostern in Karlsruhe und Baden-Baden antreten, ist noch nicht bekannt. Derweil beginnen in Graz die Jubiläumsaktivitäten des Österreichischen Schachbunds. Der hat vor zehn Jahren einen Anlass verschlafen, der sich besser zum Feiern geeignet hätte.

1910 wurde das erste und einzige Mal in Österreich um die Weltmeisterschaft gespielt. Der Wiener Carl Schlechter war drauf und dran, dem favorisierten Lasker den Titel zu entreißen. Erst in der letzten Partie verspielte Schlechter seine Führung. Alle schönen Pläne, daran und an die goldenen Zeiten des Wiener Schachs bis zum Ersten Weltkrieg zu erinnern, sind 2010 verpufft.

Weiterlesen auf der Seite der FAZ

Print Friendly, PDF & Email
Share this
EnglishDeutsch