April 16, 2024

Badische Seniorenteams liefern sich »hitziges Finale«

vlnr: Paul Zimmermann, Rudolf Müller, Seniorenbeauftragter Ullrich Schuster, FM Clemens Werner und Faruk Osmanovic von der Spielgemeinschaft Karlsruhe/Ettlingen

Bei der Eröffnung des Finales um die Badische Senioren-Mann­schaftsmeisterschaft 2019 im Kulturhaus LA8, konnten der 1. Vorsitzende Patrick Bittner und Jürgen Gersinska als Ausrichter von der OSG Baden-Baden 1922, am Sonntag, dem 30. Juni, vier Teams in ihrem ehrwürdigen Spiellokal begrüßen. Da bei Außentemperaturen von knapp 38°C an die Spieler enorme Anforderungen an die Kondition gestellt wurden, standen eine gute Belüftung und natürlich kalte Getränke hoch im Kurs. Im Namen des BSV bedankte sich Seniorenreferent Bernd Fugmann für die Bereitstellung der Räumlichkeit und des Spielmaterials und nahm sogleich die Auslosung der jeweiligen Paarungen mit Hinweis auf die Turnierordnung vor. Erstmals wurde die Meisterschaft in den separaten Altersklassen 50+ und 65+ ausgetragen. Die Bedenkzeit betrug in beiden Kategorien 90 Minuten/40 Züge, danach noch 30 Minuten für den Rest der Partie plus 30 Sekunden Bonus pro Zug.

vlnr: Gerhard Hund, Dr. Andreas Becker, Roland Kutschenko und Dr. Uwe Langheineken vom SK Freiburg-Zähringen 1887

In der Altersklasse 50+ spielte die OSG Baden-Baden 1922 gegen die Spielgemeinschaft SGEM Dreisamtal/SC Umkirch und in der Altersklasse 65+ trafen die Spielgemeinschaft Karlsruher Schachfreunde 1853/SK 1926 Ettlingen und der SK Freiburg-Zähringen 1887 aufeinander. Obwohl das erstmals in diesem Wettbewerb angetretene Viererteam der OSG Baden-Baden mit einer DWZ von 2226 dem ersatzgeschwächten Team Dreisamtal/Umkirch mit 1935 formal deutlich überlegen war, entwickelte sich trotzdem ein langanhaltender Wettkampf. Dabei konnte Jafar Mohebbi (2196) mit Weiß am 2. Brett seinen Gegner von der Spielgemeinschaft Dreisamtal/Umkirch, Christoph Berberich (1938) unter mächtigen Figurendruck setzen und die Partie nach knapp drei Stunden für sich als Erster entscheiden. Zwar stand die Partie von Vladimir Schulz (2145) mit Weiß gegen Wolfgang Risch (1917) zunächst sehr ausgeglichen, doch mit dem besseren Turmendspiel ging der Punkt nach 47 Zügen doch noch an Vladimir Schulz von der OSG Baden-Baden. In einer Partie mit jeweils Dame und Turm hatte Jürgen Gersinska (2064) einen mächtigen Freibauern in der Mitte, doch gelang es Michael Rahnfeld (1688) überraschend den Spieß umzudrehen und seinerseits mit einem starken Bauern die gegnerische Königsstellung aufzureißen und erfolgreich zum 1:2 zu kontern. Jetzt musste das 1. Brett mit GM Philipp Schlosser (2499) gegen Max Scherer (2197) die Entscheidung bringen. Doch Max Scherer mit Weiß spielend machte es dem Favoriten nach dem Damenabtausch nicht leicht, einen entscheidenden Vorteil zu erlangen. Erst nach 54 Zügen hatte sich GM Philipp Schlosser eine erdrückende Bauernmehrheit erspielt, welche die Aufgabe zum 3:1 für die OSG Baden-Baden zur Folge hatte.

vlnr: Seniorenreferent Bernd Fugmann, Vorsitzender der OSG Baden-Baden Patrick Bittner, Jafar Mohebbi, Vladimir Schulz, Jürgen Gersinska und GM Philipp Schlosser

Auch in der Altersklasse 65+ entwickelte sich ein zäher Wettbewerb um den Gewinn des Wanderpokals. Hier konnte Rudolf Müller (1953) am 4. Brett mit Weiß für Karlsruhe/Ettlingen spielend, seine Position mit Dame, Turm und Springer immer besser bis zur 6. Reihe in Geltung bringen und schließlich Dr. Uwe Langheineken im 44. Zug zur Aufgabe zwingen. Lange Zeit stand Faruk Osmanovic (1950) mit Schwarz am 2. Brett gegen Roland Kutschenko (1914) mit erheblichem Zeitvorteil und gefährlich aussehenden Angriff da, doch verpasste er »den Sack zuzumachen« und Roland Kutschenko von Freiburg-Zähringen 1887 konnte sich schließlich mit einem Dauerschach aus der Affäre ziehen. Am 1. Brett sah es zunächst auch nach einem Remis zwischen Dr. Andreas Becker (2065) und FM Clemens Werner (2247) aus. Doch ein Freibauer auf der a-Linie brachte Clemens Werner den Sieg im 34. Zug. Nachdem es 2½:½ für Karlsruhe/Ettlingen stand, einigten sich Gerhard Hund (1745) und Paul Zimmermann (2020) in materiell ausgeglichener Stellung auf Remis, was einen 3:1-Sieg für die Nordbadener bedeutete. Bei der anschließenden Siegerehrung nahmen die OSG Baden-Baden 1922 und die Spielgemeinschaft Karlsruhe/Ettlingen die Urkunden für den jeweiligen Titel und den Wanderpokal des Badischen Mannschaftsmeisters 50+ und 65+ unter dem Beifall aller Teilnehmer aus den Händen des Seniorenreferenten vom BSV entgegen. Den jeweils 2. Rang belegten Die Spielgemeinschaft Dreisamtal/Umkirch und der SK Freiburg-Zähringen 1887.

vlnr: Wolfgang Risch, Christoph Berberich und Max Scherer von der Spielgemeinschaft Dreisamtal/Umkirch; es fehlt Michael Rahnfeld

Quelle Badischer Schachverband

Bernd Fugmann, BSV-Seniorenreferent