März 3, 2024

Dinara Wagner gewinnt die finale Etappe des FIDE Women’s Grand Prix

GM Emil Sutovsky – Dinara Wagner gewinnt die finale Etappe des FIDE Women’s Grand Prix und erfüllt die Norm für den Titel eines Großmeisters! Eine sehr schöne Geschichte.

Die Elisterin Dinara Dordzhieva war sehr erfolgreich in Jugendturnieren und gewann viele Medaillen bei Weltmeisterschaften. Dann entschied sie sich, ernsthaft zu studieren, schrieb sich an der Higher School of Economics ein und schloss ihr Studium ab. Schach trat dabei in den Hintergrund, obwohl ihr Schicksal mit dem deutschen Großmeister Dennis Wagner verbunden war, der übrigens auch eine akademische Karriere bevorzugte.

So hätte die professionelle Schachkarriere von Dinara beendet werden können, ohne wirklich begonnen zu haben, aber dann brach der Krieg aus. Dinara legte sofort die russische Sportbürgerschaft ab und wechselte zur deutschen Staatsbürgerschaft.

Als ich im April 2022 in München einen Vertrag mit der Firma Krulich über die Durchführung einer Etappe des Grand Prix in der bayerischen Hauptstadt abschloss, konnte ich nicht einmal sagen, wer die Wildcard des Gastgeberlandes für die Teilnahme an der gesamten Serie erhalten würde, da sich die langjährige Anführerin der deutschen Frauenmannschaft, Elisabeth Paehtz, für die Serie qualifiziert hatte.

Die FIDE organisierte eine Qualifikation, die Dinara Wagner gewann, damals noch mit einer bescheidenen Wertung von rund 2300. Als die Serie begann, spielte Dinara sehr verkrampft, geriet ständig in Zeitnot und es war spürbar, dass ihr Selbstvertrauen fehlte. Doch allmählich erfolgte eine Verwandlung.

In Nikosia war sie eine selbstbewusste, starke und unnachgiebige Schachspielerin. Mit 7 von 11 Punkten wurde Dinara zur Turniersiegerin und überholte viele der stärksten Schachspielerinnen der Welt, einschließlich Lagno und Goryachkina, die in der Gesamtwertung siegten und sich für die Kandidatenturniere qualifizierten.

Wird dieses Ergebnis der Beginn eines Aufstiegs in der Karriere der talentierten Schachspielerin sein? Schwer zu sagen, aber das Potenzial dafür ist vorhanden. Ich bin froh, dass die FIDE Möglichkeiten und Anreize schafft, damit talentierte Schachspielerinnen nicht aus dem Beruf ausscheiden oder in ihn zurückkehren.

Es ist erfreulich, dass neben den bereits bekannten Stars eine neue starke Generation aufgetaucht ist: Lei, Shuvalova, Wagner, Mamedzadeh. Und auch die jüngeren Spielerinnen wie Zhu Jiner, Assaubayeva, Salimova, Rubers…

Es ist schwierig, den Frauenschachsport zu kommerzialisieren, daher beschäftigt sich neben der FIDE kaum jemand damit. Aber wir werden nicht enttäuschen!

Foto: Mark Livshitz