1929 fand der letzte Meisterschaftsgipfel des Deutschen Schachbunds in Duisburg statt.

90 Jahre später war es endlich wieder soweit, es gab wieder einen Meisterschaftsgipfel! Anders als damals fanden aber dieses Jahr viele verschiedene Turniere statt:

  • Die Deutschen Meisterschaften der Frauen und die Deutsche Meisterschaft für die sich die jeweiligen Landesmeisterinnen und Landesmeister qualifizierten
  • Die German Master der Frauen und die German Masters
  • Die Deutsche Frauenblitzeinzelmeisterschaft und die Deutsche Blitzeinzelmeisterschaft
  • Die Endrunde der Deutschen Pokaleinzelmeisterschaft
  • Und last but not least die Endrunde der Deutschen Amateurmeisterschaft in ihren 7 Wertungsgruppen

Das ist doch ein tolles Ereignis, ich (Siegerin des Qualifikationsturnieres der Gruppe D in Dresden und somit Teilnehmerin an der Endrunde) freute mich jedenfalls sehr, bei diesem Gipfel mit dabei zu sein.

Und so war ich gespannt, was dieser bringen würde und wer alles mitspielen wird.

Normalerweise qualifizierten sich für die Endrunde der DSAM die Plätze 1-7 jeder Vorrunde + (falls sie nicht schon unter den ersten 7 ist), die beste Frau. War jemand schon aus einem Vorturnier qualifiziert, rückte der Nächstplatzierte nach. Leider verzichteten viele der Qualifizierten, so dass weitere Spieler nachrückten, ich verstehe nicht, wie man sich so etwas entgehen lassen konnte, aber dadurch spielten viele meiner Freunde mit, die vom Nachrücken profitierten und mit denen ich dann gemeinsam an der Endrunde teilnehmen konnte.

Gespielt wurde in der Festung Mark in Magdeburg, einer wunderbaren alten Festung und schönen Location, aber für so viele Meisterschaften leider nicht so gut geeignet.

Das Problem war, dass eine Festung eben nicht für Schach gedacht ist, sondern früher als Unterkunft für die Soldaten und als Verteidigung diente und das sieht man auch etliche Jahre danach. Sie ist zwar sehr geräumig aber sehr verwinkelt, was dazu führte, dass die Meisterschaften sehr verteilt waren. Der Vorteil, dass man z.B. bei den Einzelmeisterschaften, dem Masters und den Pokalfightern zuschauen konnte, war dadurch dahin, da wir

Amateure in der untersten Ebene spielten und die Meister ganz oben, so dass man gar keine Zeit hatte, dort viel zuzuschauen, es sei denn man war schnell fertig. Da alle Meisterschaften fast zeitgleich begannen, war dies nicht so optimal, es wäre besser gewesen, die Meisterschaften zeitversetzt zu starten, wenn sie nicht zusammen in einer Etage stattfinden können. Für nichtspielende Zuschauer war das aber alles super, sie kamen auch in den Genuß einer Livekommentierung von GM Klaus Bischoff, sowie einer Live-Übertragung des jeweils ersten Brettes der jeweiligen Gruppen der DSAM.

In der ersten Runde durfte auch ich an einem Livebrett spielen, nicht weil ich so stark bin, sondern in der Setzliste erste der zweiten Hälfte war. Mein recht junger Gegner war von der Zahl her sehr viel stärker als ich, aber er spielte extrem langsam und unterschätzte mich vermutlich. Ich hatte bald eine sehr viel bessere Stellung und gewann dann auch noch einen Turm. Das „Endspiel“ 1 Turm gegen 2 Türme und Bauern spielte er aber trotzdem noch weiter und das an einem Livebrett. Aber ok, das ist nicht gegen die Regeln. Da ich auch die 2. Runde gewinnen konnte, wurde ich selber etwas überheblich und dachte, ich könnte jetzt ganz vorne landen. In der dritten Runde spielte ich wieder am Livebrett gegen einen sehr netten Gegner, der nur einfach zu oft Remis anbot. Ich fand einen sehr zweifelhaften Zug, der Material und die Partie eingestellt hätte, aber mein Gegner sah es zum Glück nicht. Einige Züge später nahm ich dann sicherheitshalber das Remis an, um nicht nochmal Material einzustellen, man soll sein Glück nicht überstrapazieren. Übrigens waren in dieser Runde drei der sieben Livebretter von Frauen besetzt!

Es folgte eine Partie gegen einen älteren sehr starken Schachspieler, der auch schon mal die Endrunde gewonnen hat (glaubt man meiner Quelle). Hier gewann ich einen Bauern, abr mein Gegner spielte das so stark, dass mir der Mehrbauer nichts nutzte und ich sogar verlor. Aus der Traum vom Titel. Aber nein, wenn ich die letzte Runde gewinne, konnte ich aufgrund meiner guten Buchholz noch beste Frau werden, sofern meine Konkurrentin verlor. Sie verlor und ich hatte einen Gegner, der von der Zahl her schlechter war. Aber man spielt gegen den Gegner und nicht gegen die Zahl. Ich bekam ein Abspiel im Franzosen aufs Brett, das ich noch nicht kannte, da ich noch nicht alle meine Babbel Lektionen durchgearbeitet habe. Auch hier stand ich bald ziemlich schlecht, aber dann besann ich mich auf das, was ich kann und das ist Kämpfen. Aus einer Verluststllung konnte ich mich ins Remis retten. 3 Punkte reichten für nichts und zusammen mit meinem Gemischten Doppelpartner landeten wir in der Teamwertung leider auch nicht unter den ersten dreien, aber da wir beide 3 Punkte holten, waren auch beide oder keiner Schuld daran.

Die Siegerin der A-Gruppe, WGM Carmen Voicu-Jagodzinsky

Die D Gruppe wurde von einem vereinslosen Spieler mit 5 aus 5 gewonnen. Bei der Amaterumeisterschaft dürfen auch vereinslose Spieler mitspielen, aber das finde ich nicht so optimal, da es dann böses Blut geben kann, wenn nicht klar ist, wieso derjenige in der oder der Gruppe spielen darf und wo seine Zahl herkommt. Ich weiß nicht, wie man das in den Griff bekommen kann, aber da leider immer leicht Gerüchte aufkommen, wäre es auch für die vereinslosen Spieler gut, wenn hier mehr Transparenz herrschen würde.

Ich möchte jetzt nicht über alle Gruppen der Amateurmeisterschaft berichten, nur soviel, dass die A-Gruppe als einzige von einer Frau gewonnen wurde, Carmen Voicu-Jagodzinsky gewann sie mit 4 aus 5, punktgleich vor drei weiteren Spielern mit 4! Punkten, Respekt! Alle Ranglisten und Ergebnisse findet man auf der DSB Turnierseite.

Schon am 25.5. zu Beginn des Gipfels fanden die Deutschen Blitzmeisterschaften statt. Bei den Frauen spielten 24 Spielerinnen mit und es gab eine Runde jede gegen jede. Marta Michna konnte das Turnier mit 20 Punkten vor Filiz Osmanodja (19 Punkte) gewinnen, Einzelheiten sind auch hier der Turnierseite zu entnehmen, da diese Meisterschaft schon so früh stattfand, habe ich hier nicht gekiebitzt.

Bei der Deutschen Blitzmeisterschaft wurden 29 Runden bei 30 Teilnehmern gespielt, hier gewann Rainer Buhmann mit 23 Punkten vor Thomas Koch mit 21,5 Punkten.

Die Highlights waren für mich die Deutschen Meisterschaften der Frauen und die allgemeine Deutsche Meisterschaft, die beide zusammen mit den Masters in einem Raum stattfanden. Da ich nicht viel zuschauen konnte, habe ich sie mehr vom Hörensagen mitbekommen und aus den Erzählungen der Spielerinnen. Bei den Frauen war es sehr dramatisch, Marta Michna und Lara Schulze lieferten sich einen packenden Zweikampf, mal führte die eine, mal die andere. In der letzten Runde musste Marta gewinnen, ihre Stellung war aber sehr platt. Aber Marta zaubert immer noch etwas aus dem Hut und konnte die Partie sogar gewinnen, sehr zum Ärger von Lara, die dadurch nur Zweite wurde, auch deswegen, weil Inken Köhler, die genau wie Marta für das schöne Bundesland Schleswig-Holstein spielt, Schützenhilfe geleistet hat und gegen Lara gewinnen konnte. Lohn war der dritte Platz von Inken hinter Marta und Lara. Nicht ohne Stolz kann ich sagen, dass mein (Geburts-) Bundesland mit 4! Spielerinnen an der Deutschen Meisterschaft teilnahm, also 20% der Teilnehmerinnen stellte. Und der 1. und der 3. Platz zeigen, dass auch im hohen Norden Schach auf höchstem Niveau stattfindet. Beide haben sich dadurch für die nächste Deutsche Meisterschaft qualifiziert, die dann mit mindestens 3 Spielerinnen aus dem nördlichsten Bundesland stattfinden wird. Ich gönne beiden dieser Spielerinnen den Erfolg, sie sind beide sehr sympathische Spielerinnen.

Endstand
Pl. Titel Teilnehmerin Elo DWZ Verein 1 2 3 4 5 6 7 8 Pkt. Buch Gegner
1. WGM Marta Michna 2355 2327 SG Turm Kiel 5s1 8w1 2s½ 3w1 15s1 10w½ 9s1 7w1 7.0 35.5 2000
2. WFM Lara Schulze 2160 2167 SK Lehrte 6w1 7s1 1w½ 4s1 8w1 5s1 3w0 10s1 6.5 38.5 2057
3. Inken Köhler 1979 1967 TuRa Harksheide 15w1 4s½ 17w1 1s0 9w½ 8s1 2s1 5w½ 5.5 36.5 2034
4. WIM Brigitte Burchardt 2094 2108 SC Rotation Pankow 12s1 3w½ 19s1 2w0 5s0 20w1 7s½ 9w1 5.0 33.0 2005
5. Katharina Mehling 1974 1905 SpVgg Stetten 1w0 18s½ 16w1 17s1 4w1 2w0 10s½ 3s½ 4.5 36.0 2033
6. Elke Zimmer 1926 1848 SF Wadgassen/Differten 2s0 14w1 9w½ 7s0 11w0 16s1 18w1 8s1 4.5 31.5 1958
7. Anastasia Erofeev 2003 1999 SV Werder Bremen 14s1 2w0 15s0 6w1 12s½ 11w1 4w½ 1s0 4.0 37.5 1969
8. WFM Jade Schmidt 2062 2025 Hamburger SK 18s1 1s0 11w1 19w1 2s0 3w0 15s1 6w0 4.0 35.5 1984
9. WIM Kerstin Kunze 2066 2010 ESV Lok RAW Cottbus 17s½ 10w½ 6s½ 18w1 3s½ 15w1 1w0 4s0 4.0 34.0 1981
10. WFM Brigitte von Herman 2064 1955 Königsjäger Süd-West 16w½ 9s½ 20w1 15w0 19s1 1s½ 5w½ 2w0 4.0 32.5 2010
11. Alba Perez Celis 1822 1820 SV Malchow 13s1 19w0 8s0 16w½ 6s1 7s0 12w½ 15w1 4.0 29.0 1943
12. Kristin Braun 1895 1874 SC Jäklechemie 4w0 15s0 14w1 20s½ 7w½ 13w½ 11s½ 17s1 4.0 28.0 1900
13. Jutta Ries 2017 1934 SC FK Babenhausen 11w0 20s0 18w0 14s1 17w1 12s½ 16w½ 19s1 4.0 24.0 1888
14. WCM Luisa Bashylina 1812 1823 SG Solingen 7w0 6s0 12s0 13w0 16s½ 17s1 19w1 18w1 3.5 27.0 1941
15. Sijia Anna Liu 1689 1713 SV Stuttgart-Wolfbusch 3s0 12w1 7w1 10s1 1w0 9s0 8w0 11s0 3.0 36.5 2031
16. Sabrina Ley 1870 1830 SV Lahnstein 10s½ 17w0 5s0 11s½ 14w½ 6w0 13s½ 20w1 3.0 29.0 1922
17. Anke Freter 1873 1779 SK Norderstedt 9w½ 16s1 3s0 5w0 13s0 14w0 20s1 12w0 2.5 30.5 1938
18. WFM Dr. Anita Just 1866 1851 SV Allianz Leipzig 8w0 5w½ 13s1 9s0 20w½ 19w½ 6s0 14s0 2.5 29.0 1978
19. WIM Luba Kopylov 2078 2048 SK Doppelbauer Kiel 20w1 11s1 4w0 8s0 10w0 18s½ 14s0 13w0 2.5 29.0 1953
20. Kathrin Lowke 1887 1806 SC Einheit Bautzen 19s0 13w1 10s0 12w½ 18s½ 4s0 17w0 16s0 2.0 27.5 1970

Bei der Deutschen Meisterschaft hatten am Ende zwei Spieler 8 Punkte aus 9 Partien, es gewann Niklas Huschenbeth vor Dmittrij Kollars. Aus Schleswig-Holstein nahmen zwei Spieler teil, die beide im Mittelfeld landen.

Endstand
Rang Teilnehmer Tit ELO NWZ Verein/Ort Lan G S R V Punk GegWr Buchh H.Pa
1. Huschenbeth,Niclas GM 2603 2622 Hamburger SK GER 9 7 2 0 8.0 2446 48.5
2. Kollars,Dmitrij GM 2561 2564 SF Deizisau GER 9 7 2 0 8.0 2431 47.5
3. Graf,Alexander GM 2572 2549 SF Deizisau GER 9 5 2 2 6.0 2444 49.0
4. Kvetny,Mark IM 2414 2421 Stuttgarter SF GER 9 5 2 2 6.0 2362 41.5
5. Rosner,Jonas IM 2413 2390 SK Ettlingen GER 9 4 3 2 5.5 2413 45.5
6. Lubbe,Nikolas IM 2431 2382 SF Neuberg GER 9 5 1 3 5.5 2347 42.5
7. Pfreundt,Jakob IM 2392 2390 Königsspr. SC GER 9 3 4 2 5.0 2423 52.0
8. Becker,Marcel FM 2308 2321 Oberhausener SV GER 9 3 4 2 5.0 2419 45.5
9. Winterberg,Lukas FM 2376 2353 SC Heimbach-Weis GER 9 4 2 3 5.0 2415 49.5
10. Stern,René GM 2538 2521 SK König Tegel GER 9 4 2 3 5.0 2386 46.5
11. Krassowizkij,Jaroslaw IM 2450 2454 SV Jedesheim GER 9 4 2 3 5.0 2383 48.0
12. Schulz,Karsten FM 2227 2190 SF Schwerin GER 9 2 6 1 5.0 2374 39.0
13. Roseneck,Jonas FM 2403 2332 SG Aufbau Elbe Magdeburg GER 9 4 2 3 5.0 2358 43.0
14. Engel,Luis IM 2512 2531 Hamburger SK GER 9 4 2 3 5.0 2352 43.0
15. Bastian,Herbert IM 2297 2258 SVG Saarbrücken GER 9 5 0 4 5.0 2300 36.5
16. Paul,Johannes FM 2364 2344 SG Aufbau Elbe Magdeburg GER 9 3 3 3 4.5 2352 43.0
17. Wachinger,Nikolas 2311 2270 SV Werder Bremen GER 9 3 3 3 4.5 2322 39.0
18. Schulz,Lukas FM 2302 2333 SC Erlangen GER 9 4 1 4 4.5 2265 34.0
19. Polster,Christian FM 2236 2228 HSK Lister Turm GER 9 3 2 4 4.0 2359 39.5
20. Svane,Frederik 2342 2313 Lübecker SV GER 9 2 4 3 4.0 2340 41.0
21. Trifan,Andrei Ioan 2268 2251 SF Sasbach GER 9 2 4 3 4.0 2334 39.0
22. Mätzkow,Maximilian Paul FM 2338 2252 ESV Eberswalde GER 9 3 2 4 4.0 2330 44.0
23. Gungl,Theo FM 2331 2316 USV TU Dresden GER 9 3 2 4 4.0 2312 38.0
24. Möller,Dustin 2156 2118 Eckernförder SC GER 9 3 2 4 4.0 2305 36.5
25. Krastev,Alexander FM 2344 2280 Biebertaler SF GER 9 3 1 5 3.5 2304 41.0
26. Pajeken,Jakob Leon IM 2359 2324 Hamburger SK GER 9 2 3 4 3.5 2291 37.5
27. Heimrath,Reiner FM 2239 2223 SC Noris-Tarrasch Nürnberg GER 9 3 1 5 3.5 2246 32.5
28. Kardoeus,David 2202 2195 SV Werder Bremen GER 9 3 1 5 3.5 2243 30.0
29. Dauth,Benjamin FM 2295 2309 SC Rotation Pankow GER 9 2 3 4 3.5 2236 32.0
30. Adiyaman,Rene 2175 2156 SV Welper GER 9 1 2 6 2.0 2230 31.5
31. Nosek,Reinhard 1913 1823 SF Torgau GER 9 1 1 7 1.5 2240 30.5
32. Günther,Andreas 2121 2066 SSV Weimar GER 9 1 1 7 1.5 2230 29.5

Die Deutsche Pokalmeisterschaft wurde von Andre Gordon gewonnen, alle Partien aus dem Pokal, den Masters und den Deutschen Meisterschaften sind zum Nachspielen verfügbar, von der DSAM das erste Brett jeder Runde und Gruppe.

Neben den Meisterschaften fand auch noch der DSB Kongress statt, bei dem Ullrich Krause wiedergewählt wurde, einen Liveticker dazu gibt es bei der Deutschen Schachjugend.

Pfenning und Krause

GM Robert Hübner

Vor dem Gala Buffet mit den Siegerehrungen gab es noch ein Highlight, Robert Hübner kommentierte die 9. Partie aus dem Halbfinal Kandidatenturnier gegen Portisch. Ich ging nur aus Neugier zu diesem Vortrag und erwartete eine trockene Kommentierung dieser Partie (und nahm mir vor, zu gehen, wenn es mir zu langweilig wurde). Aber ich bekam nicht die Möglichkeit, früher zu gehen, was folgte, hatte ich nicht erwartet. Es war ein sehr gehaltvoller, lustiger und selbstkritischer Vortrag der Partie, die viele „Fehler“ (Kommentar Hübner: „Das war ein schlechter Zug“ oder sogar „Das war natürlich falsch“) auf beiden Seiten zeigte, ich habe selten einen so guten Vortrag gehört.  Am Ende des Vortrags kam die Frage, wie man sein Schach verbessern könnte. Darauf Hübner sehr trocken „Wenn man keine Partie mehr verlieren möchte, dann sollte man aufhören mit Schach!“.

Dann ging es aber los mit dem Galabuffet, es begann mit einem Sektempfang und der Möglichkeit, eine Stunde lang kostenlose alkoholfreie Getränke zu konsumieren. Um 19 Uhr ging dann die Siegereherung der einzelnen Meisterschaften los und danach gab es dann das leckere Buffet.

Ich fand das Buffet sehr lecker und abwechslungsreich, aber es wäre schön gewesen, wenn es auch Essen für Vegetarier gegeben hätte, denn diese konnten im Prinzip nur die Vorspeisen und die Beilagen essen. Ich selber esse Fleisch, aber in der heutigen Zeit gibt es auch viele Menschen, die vegetarisch essen. Mit wenig Aufwand hätte man hier auch etwas Vegetarisches anbieten können, vielleicht ein Denkanstoß für den nächsten Schachgipfel?

Im großen und ganzen fand ich den Schachgipfel sehr gut, das Organisationsteam hat sehr gute Arbeit geleistet, es gab Livekommentierungen, Liveübertragungen, Chessbase Gutscheine für alle Teilnehmer, alle Teilnehmer durften am Galabuffet teilnehmen etc.

Schade war, dass es für dieses tolle Ereignis wenig Berichterstattungen gab, dafür war es aber in überregionalen Zeitungen und im Fernsehen!

Nächstes Mal würde ich mir wünschen, dass beim Galaabend sich die Teilnehmer nicht als zweite Wahl vorkommen, da aufgrund der Begebenheit der Festung alle VIPS (das waren zumeist keine Spieler) „vorne“ in der Nähe des Rednerpults saßen und die meisten schachspielenden Teilnehmer hinten und die Siegerehrung nur durch Aufstehen und Schauen auf die Leinwände verfolgen konnten. Auch wäre es schön, wenn alle Meisterschaften auf derselben Etage stattfinden, es beim Buffet vegetarische Speiesen gibt und wenn anstatt eines Gutscheins für Essen bei den Deutschen Fraueneinzelmeisterschaften wieder zur guten Tradition zurückgekehrt wird, dass alle gemeinsam abends essen, sonst geht viel Atmosphäre verloren.

Die Teilnehmer an der Deutschen Fraueneinzelmeisterschaft und der Deutschen Einzelmeisterschaft waren im selben Hotel untergebracht und bekamen kostenlose Straßenbahntickets. Für die Teilnehmer der Amateurmeisterschaft wurden günstige Hotelkonditionen mit Frühstück angeboten und ein kostenloser Shuttle Service zum Spiellokal, da das Hotel ca. 8 km entfernt von der Festung lag. Ich selber habe mir ein teureres Hotel ohne Frühstück gegönnt, um zu Fuss zur Festung zu gelangen. Magdeburg bietet hier viele Möglichkeiten.

Der launige Vortrag von Dr. Hübner war eine sehr gute Idee, der das Event sehr bereichert hat, es wäre schön, wenn es beim nächsten Gipfel wieder so etwas gibt. In den Genuß von Klaus Bischoffs Livekommentierungen bin ich leider nicht gekommen, aber auch das finde ich eine tolle Idee und hoffe auf eine Fortsetzung.

Also für mich war es eine gelungene Veranstaltung mit Luft nach oben. Ich habe gehört, dass der nächste Schachgipfel 2020 in Magdeburg im Maritim Hotel stattfindet, dort sind dann schon mal einige Punkte meiner Anmerkungen behoben, da es größere Säle gibt.

Ich habe mich jedenfalls gefreut, viele Schachfreunde wieder zu treffen, dramatische Partien (so ich denn früh genug fertig war) zu verfolgen, Dr. Hübner zu lauschen und mit meiner Reisegruppe (aus Wolfsburg, Gifhorn, Wolffenbüttel und Kiel) gemeinsam den Schachgipfel zu erleben. Ich kann nur jedem, der sich qualifiziert raten, diese Möglichkeit zu nutzen und bis dahin hat der Deutsche Schachbund Gelegenheit, nachzubessern, und ich glaube, das werden sie schaffen.

Über die Masters habe ich jetzt mit Absicht nicht berichtet, da ich dazu nicht kompetent genug bin. Es finden sich aber zahlreiche Berichte dazu auf der Schachbundseite und anderen einschlägigen Schachseiten.

German Masters | German Masters Frauen | Deutsche Einzelmeisterschaft | Deutsche Frauen-Einzelmeisterschaft | Deutsche Pokal-Einzelmeisterschaft | Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft

Text: Ulla Hielscher

Endstand
Pl. Spieler Elo Pkt. DV Sg. SoBe 1 2 3 4 5 6 7 8
1. GM Liviu Dieter Nisipeanu 2667 4,5 ½ 2 14,75 x ½ ½ 1 ½ ½ 1 ½
1. GM Georg Meier 2636 4,5 ½ 2 14,75 ½ x 1 ½ ½ ½ 1 ½
3. GM Falko Bindrich 2599 4,0 2 11,50 ½ 0 x ½ ½ ½ 1 1
3. GM Daniel Fridman 2644 4,0 2 11,50 0 ½ ½ x ½ ½ 1 1
5. GM Matthias Blübaum 2618 4,0 1 ½ ½ ½ ½ x ½ ½ 1
6. GM Rainer Buhmann 2573 3,5 0 ½ ½ ½ ½ ½ x ½ ½
7. IM Vincent Keymer 2521 2,0 1 0 0 0 0 ½ ½ x 1
8. FM Eduard Miller 2382 1,5 0 ½ ½ 0 0 0 ½ 0 x

DV = Direkter Vergleich; Sg. = Siege; SoBe = Sonneborn-Berger-Wertung

 

Endstand

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1 Antwort

  1. Walter Rädler sagt:

    Danke für den schönen Bericht und auch für die konstruktive Kritik. Im nächsten Jahr werden zurecht benannte Schwächen beseitigt, weil das Hotel Maritim schon oft Gastgeber von Großschachturnieren war.
    GM Dr. Hübner habe ich einmal genossen, war traumhaft.
    Ich glaube, dass dieses neue Turnierformat eine Bereicherung für das Deutsche Schach.

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