Juli 1, 2022

Ein weiterer Präsidentskandidat der FIDE: Andrei Barishpolets

Autoritär, nicht korrupt und transparent – so möchte der unabhängige Präsidentschaftskandidat Andrei Barishpolets die FIDE sehen.

Ein weiterer Präsidentskandidat der FIDE, jetzt definitiv weder mit Dvorkovich, noch Iljumzhinov, noch dem Kreml verwandt: Andrei Baryshpolets (Ukraine).

„Schach ist ein wunderbares Spiel, das wir lieben. Sein Potenzial ist erstaunlich groß. Der Boom des Jugend- und Hochschulschachs, das rasante Wachstum der Online-Schachplattformen, der unglaubliche Anstieg der Popularität nach der Miniserie The Queens Gambit usw. – bestätigen alle das große Versprechen unseres alten Spiels.

Trotz der ständig wachsenden Popularität des Schachs in der ganzen Welt kämpft die FIDE darum, eine finanziell nachhaltige Organisation zu werden. Ich glaube, dass der Ruf der FIDE der Hauptgrund dafür ist, dass die Organisation systematische Rückschläge in dieser Richtung erleidet und die Unterstützung autoritärer Regierungen benötigt.

Die dreiundzwanzigjährige Präsidentschaft von Kirsan Iljumschinow hat das Image der FIDE geprägt, politischen Interessen zu dienen, korrupt und schlecht finanziert zu sein. Obwohl es dem derzeitigen Team gelungen ist, die Leitung der FIDE transparenter und offener zu gestalten, ist die politische und finanzielle Abhängigkeit der FIDE von der russischen Macht mehr als offensichtlich.

Der seit langem zweifelhafte Ruf hat das Interesse der Medien und privater Unternehmen an der FIDE stark verringert. Da die Tradition, einen russischen Politiker an die Spitze der FIDE zu setzen, fortbesteht, gefährdet dies die Fähigkeit der FIDE, das Schach zu entwickeln.

Dennoch glaube ich, dass der Ruf das wichtigste Kapital der FIDE sein kann. Fachleute schätzen Glaubwürdigkeit und Autorität mehr als Politiker. Ein maßgebliches, nicht korruptes und transparentes FIDE ist sicherlich attraktiver für Unternehmenspartnerschaften weltweit. Außerdem wird eine solche Organisation ein attraktives Umfeld für Fachleute schaffen, die sich der Förderung des Schachs widmen wollen.

Die Schachwelt und ich persönlich haben auf einen würdigen Kandidaten gewartet; jemanden, der die Interessen des Schachs und nicht seine eigenen vertritt. In dem Wunsch, den Ruf der FIDE zu verbessern, habe ich meine Kandidatur für das Amt des Präsidenten des Internationalen Schachverbandes vorgeschlagen. Reputation, Professionalität und Liebe zum Schach sind für mich die wichtigsten Werte.

Meine Grundsätze lauten wie folgt:

– Intoleranz gegenüber jeglicher Form von Korruption.

Für mich, für mein Team sowie für die gewählten oder eingestellten Beamten und Angestellten sind keine Gegenleistungen akzeptabel. Das Bewerbungs- und Prüfungsverfahren für alle offiziellen FIDE-Veranstaltungen muss völlig transparent sein. Die FIDE-Leitung muss ihre Mitarbeiter auf der Grundlage von Professionalität und Verdienst einstellen und ernennen; jede Form von Günstlingswirtschaft ist inakzeptabel.

– Die FIDE dient dem Schach und nicht den politischen Interessen anderer. Das FIDE muss sich in seinem Handeln strikt an die Statuten halten und die volle Unabhängigkeit der einzelnen Verbände oder nationalen Regierungen wahren.

– Die FIDE muss ein Höchstmaß an Transparenz und Offenheit in ihren Beziehungen zu ihren Mitgliedsverbänden, Sponsoren, Partnern, den Medien, der Weltschachgemeinschaft usw. anstreben.

– Engagement für die globale Integration und Förderung des Schachs. Die FIDE muss allen Mitgliedsverbänden dienen, unabhängig von deren Niveau.

– Einhaltung der demokratischen und liberalen Grundsätze sowie der Grundsätze der Unternehmensführung.
Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Aufnahme dieser Grundsätze die FIDE für Unternehmen und private Partnerschaften attraktiv machen und der Organisation ein unvorstellbares Maß an Reputation und finanzieller Stabilität verleihen wird.

Ich bin fest dafür, dass die FIDE Jugend-, Studenten-, Frauen-, Profi- und Online-Schach unterstützt. Gleichzeitig möchte ich die Bedeutung des Amateurschachs hervorheben, das das Rückgrat des Ganzen ist. Die Unterstützung durch die Organisatoren von Amateurturnieren auf allen Ebenen ist der beste Katalysator für die langfristige Entwicklung des Schachs.

Da ich einen beträchtlichen Teil meines Lebens dem Schach gewidmet habe und ein internationaler Großmeister bin, bin ich zuversichtlich, dass ich die FIDE leiten kann, um Schachspielern, Organisatoren, Trainern, Journalisten, Veranstaltern und allen Amateuren zu helfen, unser Schachleben zu erleichtern und das Prestige unseres Lieblingsspiels auf ein neues Niveau zu bringen“.

Von Russisch übersetzt

Quelle: Chess-News

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