Dezember 3, 2021

Person des Tages: GM Karsten Müller

Von Frank Hoppe – Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5067230

„In den 1990er Jahren leistete der Hamburger Mathematiker neben dem berühmten russischen Trainer und Analytiker Mark Dvoretsky den größten Beitrag zur Erforschung des Endspiels!“ – schrieb die Zeitschrift New In Chess über ihn.

Karsten Müller wurde am 23. November 1970 in Westdeutschland geboren. Er wurde Zweiter bei der U20-Landesmeisterschaft und vertrat Deutschland bei der Junioren-Europameisterschaft 1990. Seit 1991 ist er ein internationaler Meister. Gewinner der deutschen Mannschaftsmeisterschaften mit Hamburger und Sparkassen. In den Jahren 1996-97 war er Medaillengewinner bei nationalen Einzelmeisterschaften.

Im Jahr 1998 wurde er Großmeister und wurde in die symbolische Aufstellung der europäischen Mannschaft für das Spiel gegen Amerika aufgenommen, in dem er 5,5 von 10 Punkten erzielte. Bald darauf promovierte er in Mathematik und verband die Vorbereitung seiner Dissertation mit Forschung und journalistischer Arbeit im Schach. Er ist der Autor der Bücher Fundamental Chess Endings, Secrets of Chess Endings, How to Play Endgame? und The Magic of Chess Tactics.

Seit 2001 leitet er die beliebte Kolumne „Endgame Corner“ auf ChessCafe.com und arbeitet mit Chess Base zusammen. Karsten Müller schreibt nicht nur Bücher, in denen er sich eingehend und erschöpfend mit dem Endspiel beschäftigt, er hat auch beeindruckende Werke über das Werk von Robert Fischer und die Partie Anand-Gelfand (2012) veröffentlicht.

„Der moderne Schachinformationsraum hat sich dramatisch verändert. Nicht nur, dass sich die Leser weniger dafür interessieren, ob Kasparow im berühmten verschobenen Endspiel der ersten Partie der beiden Ka’s gegen Karpow ein Remis hätte erreichen können, sie interessieren sich auch weniger für die Geheimnisse von Aronians Endspielschlacht mit Kramnik im Schlüsselduell des jüngsten Kandidatenturniers in London. Die Nachrichten ändern sich nacheinander: der Meister hat es gesagt und getan, einer der nationalen Verbände hat die Mannschaft nicht zu einem europäischen Turnier geschickt, der berühmte Schachspieler ist in seine neue Heimat gezogen… Der Zuschauer hat einfach keine Zeit, um herauszufinden, ob der Läufer auf a2 oder b3 steht!

Karsten Müller ist wohl einer der wenigen Vertreter der „alten Schule“ geblieben, dessen konstante Arbeit die Neugier der Fans auf Rätsel, die sich direkt auf dem schwarz-weißen Schachbrett abspielen, aufrecht erhält. Indem er die Erfahrungen seiner Vorgänger verallgemeinert und verfeinert, findet der deutsche Großmeister dennoch unermüdlich immer neue, oft verblüffende Hinweise auf die Etüden und Rätsel, die die Schachliebhaber und -freunde immer wieder in Erstaunen versetzen und überraschen“ (Jury des Wettbewerbs für die beste Schachbuch-Neuheit).

Von Russisch übersetzt mit Deepl

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