Ein Turnier der Superlative

Das Castello in Düsseldorf war erneut der Schauplatz für das größte Schachturnier in Nordrhein-Westfalen. 197 Schulteams mit 920 Schülern und mehr als 300 Begleitern füllten die Arena und sorgten wieder für eine einzigartige Atmosphäre.

In sechs Wettkampfklassen wurden jeweils neun Runden durchgeführt, ein Mammutprogramm für Spieler und Organisatoren, was aber zügig über die Bühne ging. Die letzte Runde war schon deutlich vor der angesetzten Zeit beendet.

Aus 40 Städten und Kreisen von NRW kamen die Teilnehmer, die weiteste Fahrt hatten vermutlich die Schulen aus Minden-Lübbecke, die meisten Mannschaften kamen aus Dortmund. Viele Kreise oder Schulen stellten sogar Busse für die Anreise der Schüler zur Verfügung. Das Landesfinale ist eben immer wieder ein großes Spektakel. Die Schachjugend NRW hatte aber organisatorisch alles im Griff mit Dutzenden von Helfern. Alleine die Küche hatte gut zu tun und hunderte Brötchen geschmiert, Waffeln gebacken und Würstchen gegart.

400 Spielsätze mit elektronischen Uhren bereitzustellen sind nebenbei auch keine Selbstverständlichkeit, die ohne die Unterstützung der Firma Schach Niggemann aber auch die Schachfreunden Brackel kaum möglich wäre.

Nach der pünktlichen Eröffnung durch den Präsidenten des Schachbundes NRW Ralf Niederhäuser und einem Grußwort von Staatss

ekretärin Andrea Milz startete das Turnier an fast 400 Brettern und die große Halle wurde plötzlich sehr ruhig. Dieser Moment, wenn hunderte Schüler auf einen Schlag in Konzentration versinken, ist immer wieder beeindruckend.

Außer in den offenen Spielklassen WK M(ädchen) und HR (weiterführende Schulen ohne gymnasialen Zweig) mussten sich die Teilnehmer vorher für das Landesfinale qualifizieren. Das Landesfinale ist kein offenes Turnier und es kann nur eine Mannschaft pro Schule und WK antreten. Dazu mussten sie sich zumeist über eine Kreismeisterschaft durchsetzen.

Diese regionalen Vorturniere sind zum Teil selbst große Veranstaltungen, wie das OWL-Grundschulturnier in der Gerry Weber Halle, die Dortmunder Stadtmeisterschaften mit fast 70 Mannschaften oder die großen Kreismeisterschaften von Kleve und Borken. Es überrascht daher nicht, dass die Spitzenplätze beim Landesfinale regelmäßig von Paderborner, Dortmunder oder Niederrheinischen Teams besetzt werden. Kleiner Wermutstropfen: Ausgerechnet aus der größten Stadt in NRW Köln kam keine einzige Mannschaft nach Düsseldorf. So weit wird die Rivalität der beiden Rheinmetropolen doch wohl nicht gehen?!

Die größte Gruppe war wie immer die WK Grundschulen. An der Spitze kam es zu hochklassigen Duellen. Schließlich setzte sich die Martin-Luther-GS aus Plettenberg vor dem Vorjahressieger Hockstein durch. Für die DSM in Thüringen qualifizierten sich außerdem noch die Ulrichschule Sindorf und die St.Sebastianschule aus Raesfeld.
„Einstein besiegt Heisenberg!“

Zu prominenten Paarungen kam es in der WK 4, der jüngsten Altersklasse der weiterführenden Schulen, Max Planck war auch einer der Favoriten im Feld. Als Sieger stand am Ende mit dem Theodorianum Paderborn aber doch keiner der Atomphysiker oben auf dem Treppchen. Wegen der Unschärfe oder ist eben doch alles relativ? Den zweiten DSM-Qualiplatz belegte das Europagymnasium Kerpen vor dem Wilhelm-Dörpfeld-Gym aus Wuppertal.

Auch aus Paderborn kamen die Sieger der WK 3 Das Pelizaeus Gym. war allerdings auch Topfavorit auf den Titel. Das Dortmunder Leibniz Gym. konnte zwar bis zum Ende auf den Fersen bleiben, aber nicht mehr und muss nun auf einen Nachrückerplatz zur DSM hoffen, denn in den höheren Altersklassen kommt nur der Sieger zum Bundesfinale nach Berlin.

In der WK 2 kämpften auch die Dortmunder mit den Paderbornern um den Sieg, aber hier setzte sich aber das Max-Planck-Gym aus Dortmund vor dem Theodorianum durch, obwohl die nominellen Vorteile leicht für die Paderborner sprachen. Mit Maurin Möller verfügten sie über eine Bank an Brett 4, der nach dem Turnier auch mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde für sagenhafte 9/9.

Große Neuerungen für 2020

Der WK 2 stehen im nächsten Jahr einschneidende Neuerungen ins Haus. Denn die DSJ hat auf ihrer Hauptversammlung beschlossen diese WK um zwei Bretter zu erweitern. Nächstes Jahr spielt also die WK 2 an sechs Brettern. Dafür für wurde auch die Altersgrenze um ein Jahr auf U18 ausgedehnt. Alle Spieler aus diesem Jahr dürfen also auch nächstes Jahr nochmal spielen.
In der offenen Mädchenklasse kamen die dominierenden Teams aus Hamm und Krefeld. Es siegte das Hammer Beisenkamp-Gym. mit vier Vereinslosen Mädchen. Da hatten die Krefelder Mädchen selbst mit zwei Goldmedaillengewinnerinnen (9/9) Katharina Ricken und Jana Raatz an den Spitzenbrettern das Nachsehen.

Die WK HR wurde bereits im letzen Jahr ausgeschrieben, kam aber damals wegen zu geringer Anmeldezahlen nicht zustande. Dieses Jahr meldeten sich aber genug Mannschaften an. Dabei waren auch in den anderen Altersklassen viele Real- und Gesamtschulteams am Start. Die Betty-Reis-Gesamtschule vertrat den Kreis Heinsberg gleich in allen Spielklassen und konnte auch die WK HR souverän gewinnen. Sie wird auch zur DSM nach Osnabrück reisen.

Die Schachjugend NRW stellt auf ihrer Seite viele weitere Informationen und Bilder bereit: www.sjnrw.de

Christian Goldschmidt (Schulschachreferent der SJNRW)

Heft mit allen Ergebnissen zum blättern

 

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