Stefan Löffler – 1959 wurde in Hamburg der erste Jugendschachbund gegründet. Dem Schach ebnete er den Weg in den Hamburger Sportbund und damit zu Subventionen. 1970 folgte die Gründung der Deutschen Schachjugend (DSJ), die seitdem mit kargen, großteils selbst eingeworbenen Mitteln viel bewegt. Anstatt ihre bald fünfzigjährige Erfolgsgeschichte zu würdigen, will der Deutsche Schachbund (DSB) seine Kreativabteilung nun loswerden. Ein sportpolitisch einzigartiger Vorgang. Abgesehen vom Imageschaden wird das, angefangen mit dem Rauswurf des DSJ-Geschäftsführers, auch richtig teuer.

Mitte November schlug die DSJ Alarm. Jörg Schulz, der seit 1990 ihre Geschäfte führt, stehe unmittelbar vor dem Rauswurf durch den DSB. Fast 1500 Unterstützer beteiligten sich an einer digitalen Petition. Am folgenden Wochenende trafen sich die wichtigsten deutschen Schachfunktionäre in Hamburg im so genannten Hauptausschuss. Dort wurden die Wogen geglättet mit der Entscheidung, die DSJ bis Mitte 2020 aus dem DSB herauszulösen. Dann könne die voll eigenständige DSJ ihren Geschäftsführer selbst einstellen. Vorerst sollte Schulz  von seinem gewohnten Arbeitsplatz in der Berliner Geschäftsstelle aus voranbringen. Doch wenige Wochen später, am 5. Dezember, wurde er endgültig vor die Tür gesetzt. Nun kümmert er sich ehrenamtlich um die zum 50jährigen DSJ-Jubiläum geplanten Veranstaltungen und Veröffentlichungen.

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