Juni 19, 2024

European Team Championship 2023: Die Männer bleiben an der Tabellenspitze, Niederlage für die Frauen

Die deutschen Matches waren deutlich ruhiger als in den Tagen zuvor. Sowohl bei den Männern als auch den Frauen hatte man nur an wenigen Brettern das Gefühl, dass eine Entscheidung möglich ist.

Den Remisreigen bei den Männern eröffnete Vincent Keymer. Mit Schwarz spielte er eine völlig solide Partie, in der er im Spanier nach 27 Zügen per Stellungswiederholung Remis reklamieren konnte. Sein Gegner Nikita Vitiugov sprach anschließen von einer „langweiligen Partie“, was nur unterstreicht, dass hier wenig los war.

Matthias Blübaum wählte mit Schwarz die französische Verteidigung. Sein Gegner, der Routinier Michael Adams, spielte hier die Abtauschvariante und auch hier entstand in der Folge eine ereignisarme Partie, sodass diese nach 30 Zügen Remis endete.

Rasmus Svane war der Einzige, der uns – und sich selber – heute ein wenig Sorgen bereitete. Ebenfalls in einem Spanier bot sich ihm im 21. Zug die Chance für eine Entlastung durch Se5! Allerdings spielte er stattdessen g3 und musste sich im Anschluss aufmerksam und Präzise verteidigen. Dies bewerkstelligte er jedoch souverän und mit einem taktischen Remisgebot in Zeitnot, sicherte er das Remis im 32. Zug.

Das war vor allem auch deshalb völlig in Ordnung, weil Rasmus die Stellung von Alexander Donchenko völlig korrekt als „unverlierbar“ eingeschätzt hatte. Dieser hatte drei Spieltage in Folge aussetzen müssen, kehrte nun aber ins Team zurück und es gelange ihm, eine leicht bessere Stellung zu erreichen. Entsprechend versuchte er, Luke Mcshane den ganzen Punkt abzuknöpfen. Dieser verteidigte sich aber fehlerfrei und sollte nach knapp 4.5 Stunden auch hier ein Remisschluss stehen. Ein 2:2, mit dem beide Teams gut leben können.

Die Partien bei unseren Frauen liefen ähnlich. Josefine Heinemanns Partie war nach knapp einer Stunde bereits Remis, in Dinara Wagners Partie gelang ihr mit Schwarz früh die Neutralisierung ihrer Gegnerin, mehr war aber auch nie drin.

Elisabeth Pähtz unternahm einige Versuche, Monika Socko unter Druck zu setzen. Nach 31 Zügen war aber auch hier nichts mehr in der Stellung und entsprechen die Partie Remis.
Wie bei den Männern gab es am vierten Brett die besten Gewinnchancen. Nur leider war es unsere Hanna Marie Klek, die sich gegen Alicja Sliwicka zäh verteidigen musste. Ausgangs einer spanischen Verteidigung bereitete ihr erst der weiße a-Bauer Probleme, dann die eigene Figurenkoordination und am Ende wurde ihr König entscheidend von Dame und Springer in die Zange genommen und nach 50 Zügen matt gesetzt. Somit stand hier eine 1.5 – 2.5 Niederlage zu buche. Für die Frauen-Nationalmannschaft bedeutet das, dass sie erst einmal aus der Medaillenregion herausfallen und vermutlich zwei Siege in den letzten beiden Matches brauchen, um noch eine Chance auf eine Medaille zu haben.

Morgen geht es um 15 Uhr mit der vorletzten Runde weiter. Uns stehen spannende Finaltage der Team-EM bevor, seid auf jeden fall wieder mit dabei!

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