Gashimov-Memorial: Carlsens Gegner wie zu alten Zeiten

6 Antworten

  1. Reiser sagt:

    Liebe Schachfreunde,

    einen dümmeren und gehässigeren Kommentar, als den von Thomas Richter, habe ich auf anspruchsvollen Schachseiten noch nie über eine Schachpersönlichkeit gelesen! Wenn hier von der Arroganz von M.C. auf der Pressekonferenz geschrieben wird, dann Frage ich mich welche Arroganz besitzt eigentlich der Autor selbst. Nach einer Partie, die Engine-Bewertungen als Grundlage für die eigene überhebliche Bewertung zu nehmen, erscheint mir kein professioneller Journalismus. Oder möchte der Autor lediglich die neue Ratingzahl von M.C. mit 2860,8 dem Zufall bzw. ausschließlich der Nettigkeit der Gegner zu schreiben. Alleine in einem Bereich > 2.800 dauerhaft zu spielen kann schon kein Zufall sein, sondern verlangt einfach Respekt. Und genau dieser Respekt fehlt mir beim Autor in diesem Artikel.

    R. Reiser

  2. Hallo zusammen,

    der Grundton in diesem Bericht und auch andere vom Herrn Richter, lassen insgesamt
    einen gewissen Respekt gegenüber der Weltelite vermissen. Die Jungs spielen unglaublich
    gutes Schach, aber sie sind eben keine Maschinen. Daher machen sie auch durchaus grobe Fehler.

    Ich mag das Gehabe von Carlsen auch nicht und empfinde ihn ebenfalls als recht unsympathisch. Dennoch muss man seine Leistungen anerkennen und zufällig sind diese
    auch einfach nicht. Lobhuddeleien sind mir auch ein graus, aber wie wäre es mit einem neutralen Bericht, oder ist das nicht möglich?

    Gruß

    Marcus Schmücker

  3. Lutz Rott-Ebbinghaus sagt:

    Ich frage mich wirklich,ob man die Kommentare von Herrn Richter überhaupt noch ernst nehmen sollte. Sie sind einfach von einem abgrundtiefen Hass gegen M.C. geprägt.
    Mann muss einfach mit großem Respekt konstatieren, dass seit langer Zeit M.C. die Schachwelt dominiert. Er erlebt genauso Höhen und Tiefen in seiner Schachlaufbahn wie jeder andere Spieler auch, aber immer auf so einem hohen Niveau, so dass kein anderer Spieler ihn wirklich gefährden konnte.
    Seine Spitzenstellung nur mit der Dummheit seiner Gegner zu erklären ist respektlos und hanebüchener Unsinn.
    Man kann sicher Kritik am Auftreten des Weltmeisters üben, aber den Respekt für eine starke schachliche Leistung zu verweigern, ist einfach unsportlich.
    Schach ist Sport und damit Wettkampf.Da ist nicht jeder Partie immer ein Schönheitspreis. Aber auch bei den besten Spielern der Welt gilt, wer den letzten Fehler macht, verliert.
    Ich hoffe, uns bleiben zukünftig ähnlich unerträgliche Kommentare von Herrn Richter erspart.

  4. Martin Rieger sagt:

    Ich muss meinen beiden Vorrednern zustimmen. Dieser Artikel schmälert die phantastische Leistung Carlsens auf geradezu unerträgliche Art und Weise. Ich bin gewiss kein Fan von Carlsen oder dessen Stil oder seinem Verhalten, aber ich finde, ein gewisses Maß an Respekt und Anstand sollte gewahrt bleiben weil man sich sonst nur der Gefahr aussetzt, unglaubwürdig und unseriös zu erscheinen. Im Übrigen empfinde ich die Partie Carlsen – Grischuk als eine der besten Schachpartien der letzten Jahre. Also: Natürlich hat jeder Autor das Recht auf seine eigene Meinung, sollte aber andere immer so behandeln, wie er selbst behandelt werden möchte.

  5. Wer “Ave Carlsen Halleluja” lesen will wird ja im Internet reichlich bedient – auch auf dem Schachticker. Hier haben Autoren das Recht auf eigene Meinungen, auf kommerziellen Seiten gibt es vielleicht Weisungen das zu schreiben, was Carlsen-Fans lesen wollen.
    Mag sein, dass ich Carlsen-Grischuk etwas unterbewertet habe. “eine der besten Schachpartien der letzten Jahre” – würde Martin Rieger das auch sagen, wenn Aronian, Caruana oder gar Giri auf diese Art gewonnen hätten (was sie durchaus können)? Oder gibt es einen Carlsen-Bonus?

  6. Harm-Gerd Blaas sagt:

    In Norwegen sagt man, es sind die Augen die sehen (bzw sehen wollen).

    Magnus ist ein netter junger Mann, er stammt aus einer fantastischen Familie, hat eine bescheidene ruhige Mutter, einen sehr höflichen, freundlichen Vater, und drei wundervolle charmante Schwestern. Magnus ist ein sehr begabter aber auch ehrgeiziger Schachspieler, der sich sehr ärgert wenn er Fehler macht. Daß er da Emotionen zeigt bedeutet nicht gleich daß er unsympathisch ist. Wir in Norwegen kennen ihn sehr gut aus zahlreichen, längeren Interviews und wie er von seiner Familie und Freunden beschrieben wird. Es hilft natürlich, ihm in seiner Muttersprache zuzuhören.

    Es muß sehr anstrengend sein, immer im Rampenlicht zu stehen, und immer perfekt TV-freundlich aufzutreten, auch wenn man eine wichtige Partie verloren hat oder stetig die gleichen zum Teil dummen Fragen beantworten muss. Nota bene: Ich habe Magnus noch nie über eine andere Person oder einen Gegenspieler schlecht reden hören!

    Seit 2011 hält er ununterbrochen die Elo-Ratingspitze. Seit 2013 ist er zum 4. Mal Weltmeister. Vorgestern bestritt Magnus sein 50. Langschachspiel in Folge ohne verloren zu haben. Das hat nichts mit freundlichen Gegnern zu tun.

    Zum Schluß empfehle ich Herrn Richter mal den Artikel «Who is the master» zu lesen:
    ICGA Journal 39 (2017) 3–43
    DOI 10.3233/ICG-160012
    IOS Press
    Who is the Master?
    Jean-Marc Alliot∗
    IRIT, Toulouse University, CNRS, France

    Ich bin Deutscher, wohne seit über 40 Jahren in Norwegen. Man soll versuchen andere Menschen im guten Licht zu sehen, und nicht nach Äußerlichkeiten urteilen. Herr Richter schreibt sehr feine Schachkommentare, aber seine zur Schau getragene Antipathie gegen Magnus Carlsen verringert die Qualität seiner Reportagen und seiner Rolle als Kommentator, ebenso wie die Seriosität des Schach-Tickers. Also, versuchen wir alle mal Magnus Carlsen mit freundlichen oder zumindest neutralen Augen zu betrachten!

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