September 21, 2021

Die Welt-Liga des Schachs kommt, und Viswanathan Anand wird ihr Kopf sein

Die Frage ist nur: Wann? Ob es passieren wird, ist keine Frage mehr. Wir werden beim Schach eine Weltliga bekommen, wahrscheinlich auch kontinentale Ligen. Allerdings ist noch unklar, wie diese Ligen aussehen werden.

Der Weltverband FIDE ist jetzt auf einen Weltliga-Zug aufgesprungen, den Exweltmeister Viswanathan Anand gemeinsam mit den indischen IT-Riesen Tech Mahindra schon vor Monaten aufs Gleis gesetzt hat. Bislang hat das in erster Linie dazu geführt, dass sehr viel über eine Weltliga geredet wurde, ohne Konkretes zu sagen. Sicher ist nur: Sie kommt, vielleicht schon dieses Jahr.

Die internationale Schachwelt ist so klein und vernetzt geworden, natürlich würde es auf internationale Ligen hinauslaufen. Abzusehen war diese Entwicklung, seitdem Lichess die anfangs deutschen Quarantäneligen als Welt-Bundesliga mit zwei Mal wöchentlich tausenden Teilnehmern ins offizielle Programm aufgenommen hat. Umso mehr war sie abzusehen, seitdem das cheatingsichere hybride Schach in einer europäischen Test-Liga seine Feuertaufe bestanden hat.

Lechzen nach Reform

Beides ist noch nicht reif, um daraus eine richtige Liga zu machen. Es fehlen Struktur, Regeln, Vermarktung – ein Gefäß. Während die Welt-Bundesliga als freundlich-anarchisches Blitzturnier daherkommt, an dem jeder für wechselnde Teams teilnehmen kann, unabhängig davon, ob und wo er oder sie organisiert ist, ist beim hybriden Schach eine entscheidende technische Hürde noch nicht genommen: So lange nicht zuverlässig auf E-Brettern gespielt werden kann, werden die Schiedsrichter darauf bestehen, dass nicht der am Brett, sondern der am Bildschirm ausgeführte Zug gilt. Aber das führt zu Mausrutschern, und das wiederum entwertet das Format und die Schacherfahrung der Spieler.

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