Januar 21, 2021

Die Schmitts, die Hensels und der Neuanfang

Es ist einige Zeit her, da sagte der einstige Siemens-Manager Hans-Walter Schmitt bei Kaffee und Kuchen in der Bad Sodener Fußgängerzone, er befinde sich auf dem Weg in den schachlichen Ruhestand. Vom Schreiber dieser Zeilen gefragt, ob denn nicht DSB-Präsident ein Job für ihn sei, winkte Schmitt energisch ab. Davon wolle er sich fernhalten.

Es ist ein paar Tage her, da sagte der einstige Weltmeister-Manager Carsten Hensel im Schachgeflüster-Podcast, beim DSB sei dringend ein Neuanfang erforderlich. Der Podcast-Macher vermied die Frage, ob denn nicht DSB-Präsident ein Job für ihn sei. Hensel betonte dann von sich aus, er wolle seine Unabhängigkeit vom DSB bewahren.

Beim Schachbund tragen die Verantwortlichen seit Dekaden die Feigenblätter „Struktur“ und „Ehrenamt“ vor sich her, um aufzuzeigen, sie seien nicht schuld daran, dass der Tanker auf der Stelle oder rückwärts schwimmt. Ein Kernproblem benennen sie nicht: Es gelingt dem Schachverband nicht, die besten Köpfe des Schachs einzubinden. Schlimmer noch, die besten Köpfe wollen mit dem Verband möglichst wenig zu tun haben.

Warum eigentlich? Wer unser Spiel liebt, wer sagt „Wir brauchen dringend einen Neuanfang“, der hat doch keinen weiten Weg dahin, sich berufen zu fühlen? Jeder, der es sehen will, sieht ja, wie dringend jemand mit Management-Erfahrung fehlt, jemand, der starke Teams mit starken Leuten um sich schart, jemand, der versteht, was eine Öffentlichkeit ist, und damit zum Wohle unseres Spiels, unseres Sports und seiner Spitzensportler arbeitet. Jemand, dem Selbstverwaltung nicht reicht. Jemand, der kein Amt mehr braucht.

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Titelfoto DSB: Fenner – Krause – Dvorkovich

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