Dezember 8, 2021

„Es ist verrückt. Noch nie wollten so viele Leute Schach spielen.“

Schach-Umsätze um mehr als 1.000 Prozent gestiegen. Schach-Nachfrage verdreifacht. Nachrichten dieser Art waren in den vergangenen Wochen immer wieder zu sehen. Nachdem erst coronabedingt Schachartikel gefragter waren denn je, hat nun Beth Harmon und ihr „Damengambit“ den Bedarf noch einmal in die Höhe schnellen lassen.

Abzusehen war das nicht, darauf vorbereitet war niemand, und nun steht Weihnachten vor der Tür, und es wird auch noch das Holz knapp. Wir haben bei Benjamin Aldag von topschach.de nachgefragt, wie sich der plötzliche Run auf unser altes Spiel aus Sicht eines Händlers darstellt.

via chess-site.com

Benjamin, ich möchte ein Schachbrett kaufen. Bekomme ich noch eines?

Schachbretter gibt es schon noch – aber längst nicht mehr alle. Vom Riesensortiment, aus dem du normalerweise wählen kannst, ist bis zu 90 Prozent nicht verfügbar.

Wie kommt das?

Die Großhändler, Weible und Philos beispielsweise, erhalten ihre Sachen aus Indien. Aber die Corona-Einschränkungen machen Produktion und Lieferung problematisch. Zurzeit wird zum Beispiel in Indien nicht gearbeitet. Außerdem wird Holz knapp, das war schon vor Corona so, weil bestimmte Holzarten strengen Import- und Exportbestimmungen unterliegen. Palisander ist aus Sicht von Schachbrett-Herstellern gerade ein enorm kritischer Rohstoff. Und zu alledem sind in Deutschland die Versanddienstleister überlastet. Diese Gemengelage führt zu Engpässen. 

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