Januar 26, 2021

Carlsen ausgekocht

Etwa vier Jahre ist es her, da zeichnete sich ab, dass der nächste Herausforderer von Magnus Carlsen mit hoher Wahrscheinlichkeit Wesley Barbasa So heißen würde. Bis auf den zweiten Platz in der Weltrangliste, bis zu einem Elo von 2822 führte ihn sein Aufstieg, bevor sich Ende 2017 Stagnation und sogar Rückschritte einstellten. Der Top-Ten-Spieler So sei zu solide, zu sehr auf Sicherheit bedacht, er sei zwar kaum zu bezwingen, aber gewinne nicht genug Partien, um noch einen weiteren Schritt zu machen, hieß es seitdem.

Leider spielt die Weltelite seit Monaten keine klassischen Turniere, die für die Elozahl ausgewertet werden. Erst im Januar 2021 steht mit dem Tata Steel Chess in Wijk an Zee (das So 2017 vor Carlsen gewann) wieder eines an, das höchstwahrscheinlich stattfinden wird, ein Grund, warum Magnus Carlsens Champions Chess Tour im Januar pausiert. Hätte es zuletzt „richtige“ Turniere gegeben, wer weiß, wie wir heute die Perspektive des gereiften, 27-jährigen Wesley So 2.0 einschätzen würden. Sicher ist, er hat jetzt binnen gut eines Jahres zwei Matches gegen Magnus Carlsen gewonnen.

Kein Name, kein Konzept, keine Rangliste: Zufallsschach und die schwierige Revolution von oben

Magnus Carlsen sei viel besser als er und jeder andere Schachspieler auf der Welt. „Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass ihn jemand im Lauf des kommenden Jahrzehnts entthront“, erklärte So nach dem Sieg im Gespräch mit der Times of India. „Am ehesten passiert das, sollte sich Magnus entschließen, sich anderen Dingen als Schach zuzuwenden.“

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