Dezember 1, 2020

Betr.: Leistungssport

„Warum nicht einmal in aller Offenheit?“: Sarah Papp. | Foto: Deutscher Schachbund

Der per Brandbrief vollzogene Rücktritt des Leistungssportreferenten Andreas Jagodzinsky offenbart gleich einen Strauß von Problemen im DSB-Leistungssport. Und wer dachte, wenigstens auf der Dauerbaustelle Frauen-Nationalmannschaft sei alles gerichtet, wurde eines Besseren belehrt. Wir haben bei Aktivensprecherin Sarah Papp nachgefragt – und erfahren, dass eine weitere Nationalspielerin erwägt, künftig für einen anderen Verband als den deutschen zu spielen.

In den vergangenen zehn Jahren war Sarah Papp sechs Mal für die Nationalmannschaft nominiert. „Dabei habe ich fünf verschiedene Trainer erlebt.“ Anhand ihres eigenen Beispiels zeigt sie auf, dass der Frauen-Nationalmannschaft lange Kontinuität gefehlt hat. Es bedurfte eines Coaches, der die Spielerinnen und ihre individuellen Stärken und Schwächen kennt und daran dauerhaft seine Arbeit ausrichtet.

Mit Alexander Naumann wurde so jemand 2019 als Kapitän der Frauenmannschaft angeheuert. Laut Papp einigten sich die für den DSB-Leistungssport Verantwortlichen in einer Sitzung darauf, dass der Solinger Großmeister fortan die Mannschaften nominiert, für den Frauen-Kader zuständig ist und bestimmt, wer im Frauen-Masters spielen darf. „Eigentlich war damit alles gut. Alexander und wir, das funktioniert. Er agiert offen und transparent, spricht mit uns, jede Spielerin weiß verlässlich, woran sie ist.“

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