Die Europäische Schach-Union (ECU) hat aufgrund der Corona-Pandemie die Jugend-Europameisterschaften in das Internet verlagert. Da Großveranstaltungen mit vielen Hundert Teilnehmern auf engstem Raum in wohl fast allen Ländern der Welt verboten sind, wurden die EM-Kandidaten über ganz Europa verteilt und spielen online gegeneinander. Jedes Land konnte bis zu drei Spielorte nennen. In Deutschland war neben Apolda noch Hamburg im Gespräch, doch war es schwierig in der Hansestadt Räumlichkeiten zu bekommen. Auch in Apolda mußte kurzfristig der Spielsaal vom Hotel am Schloss, wo die meisten Teilnehmer mit ihren Familien untergebracht sind, in das zehn Gehminuten entfernte Landratsamt verlegt werden. Da kurz zuvor das Kupferkabelnetz im Haus durch Glasfaser ersetzt wurde, stand einer ungetrübten Onlineturnieratmosphäre mit vielen Videoübertragungen nichts im Weg.

Landrätin Christiane Schmidt-Rose

Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler, der in Apolda zuhause ist, hatte bereits am Donnerstag mit seinem Team für hervorragende Spielbedingungen im Landratsamt gesorgt. In einem Saal in der 4. Etage standen am Freitagmorgen die fertig verkabelten Tische bereit und die 18 Mädchen und Jungen konnten sich ab etwa 11 Uhr an ihren Laptops und mit ihren Trainern technisch auf die rund drei Stunden später startende Meisterschaft vorbereiten.

Ab etwa 14 Uhr wurde es spannend. Vökler erklärte die Verhaltensregeln während der laufenden Partie. So ist es den Spielern nicht erlaubt, während der laufenden Partie den Sitzplatz zu verlassen. Toilettengänge oder Getränkeholen mußte vor oder nach der Partie erledigt werden. Und nach Partieende ist der Raum auch sofort zu verlassen. Ähnlich strenge Regeln gelten für Dritte. Nach Rundenbeginn darf nur noch der lokale Schiedsrichter Bernd Mißbach anwesend sein. Presse und Medien haben spätestens drei Minuten später den Raum zu verlassen. Eltern und Trainer sind überhaupt nicht erlaubt nach Partiebeginn.
Mißbach ist für die äußeren Gegebenheiten, wie die Bildübertragung über die zwei Webcams, verantwortlich und darf selbst in die Partien nicht eingreifen. Dafür sind die sogenannten Sektorschiedsrichter zuständig, die über einen “Call Arbiter”-Button online in der Spielsoftware zur Partie hinzugerufen werden können. Den Jungen aus ganz Europa in der U18 ist der Internationale Schiedsrichter Klaus Deventer zugeteilt worden.

Zur Eröffnung richtete die Landrätin des Weimarer Lands, Christiane Schmidt-Rose, noch einige Worte an die Spieler. Von der Stadtverwaltung Apolda sprach Volker Heerdegen. Beide wünschten den deutschen Mädchen und Jungen viel Erfolg im Wettkampf mit den Besten Europas. Danach konnte es losgehen.

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