Ab 14 Uhr

Text: FM Lara Schulze – Das war ein gelungener Start: Ich habe gestern alle drei Partien gewonnen und teile mir nun mit 5 weiteren Spielerinnen, die ebenfalls alles gewonnen haben, die Tabellenspitze.

In der ersten Runde trat ich gegen Ingrid Skaslien aus Norwegen an. Eine alte Bekannte, denn ich spielte bereits 2016 bei der WM in Russland und 2018 bei der WM in Griechenland gegen sie. Ich konnte meinen Sieg von 2018 wiederholen und habe nun eine Bilanz von 2,5/3 gegen Ingrid. In der Partie kam eine scharfe Paulsen-Variante aufs Brett, in der ich in der Eröffnung einen Bauern opferte, dafür aber die schwarze Bauernstruktur zerstörte und ihren König schwächte. Da es allerdings eine ziemlich schwierige Stellung war, überlegte ich lange und kam schnell in Zeitnot. Meine Gegnerin traute sich dann aber nicht eine Qualität zu opfern und gelangte stattdessen in eine klar schlechtere Stellung, die bald im Matt endetet.

Partie 1

In Runde 2 spielte ich gegen die Armenierin Anahit D. Mkrtchyan. Diese zeigte sich unbeeindruckt von meinem Angriff am Königflügel und zog ihre Figuren zum Damenflügel. Dies erwies sich jedoch als der falsche Ansatz, da ich in in dieser Stellung (siehe Diagramm) mit 17…Sg5 ihre einzige Verteidigungsfigur überlastete. Die Drohung Sxf3 nebst Matt auf h2 kann nur mit 18.h3 oder 18.g3 abgewendet werden. Beides verliert allerdings: Nach 18.h3 spiele ich 18…Sxh3 19.gxh3 Dxh3 mit der unaufhaltsamen Drohung Tf6-Tg6. Meine Gegnerin entschied sich für 18.g3, wonach ich mit 18…Sh3+ Kg2 19.d4 den Sf3 fesselte und einen Zug später mit Sg5 abholte.

Partie 2

In meiner dritten Partie spielte ich gegen Yuliya Alekseenko aus der Ukraine. Im sizilianischen Vier-Springer-Spiel konnte ich alle ihre Figuren passiv halten, während ich meine eigenen kontinuierlich verbesserte (siehe auch Diagramm).

Partie 3

Sehenswert ist dabei der Marsch meines Königs, der über e2-f3-g3-h2 wanderte und dabei den Weg für alle meine anderen Figuren frei machte, selbst aber niemals in Gefahr war.

Hübsch zu sehen, ist auch das Ende. Ich denke, meine Gegnerin war nicht so glücklich über ihren Springer auf b8 (siehe Diagramm).

Das spielen über die neue Plattform „Tornelo“ hat gut geklappt. Technische Schwierigkeiten hatte ich keine. Die Schiedsrichter mussten sich allerdings wohl erst einmal einarbeiten, denn die Runden verschoben sich beide um ca. eine dreiviertel Stunde. Generell war es aber bisher ein toll organisiertes Turnier.

Alle Spielerinnen der U18w kamen in einem Zoom Raum zusammen, sodass ich alle sehen konnte und ein tolles Turniergefühl aufkam. Es war schön, alle Spielerinnen, die ich sonst immer auf den WMs getroffen habe, nun dieses Jahr auf diese Art und Weise auch zu sehen.

Heute folgen drei weitere Runde um 14 Uhr, 16 Uhr und 18 Uhr.

Ihr könnt wieder auf chess 24 mitfiebern und die Daumen drücken. 🙂

 

Bis morgen!

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