Juli 3, 2022

Der Fall Pähtz

Elisabeth Pähtz‘ Youtube-Kanal ist die Ambition anzusehen. Professionell gestaltete Titelbilder zieren die Videos, der Kanal ist mit ihrem Twitch-Account verknüpft. Trainingsserien zu verschiedenen Themen sind verfügbar, ebenso Aufzeichnungen von Blitzschach-Sessions, oft streamt sie live. Regelmäßig sind schachliche Hochkaräter zu Gast, allen voran die einstige WM-Finalistin Anna Muzychuk, eine langjährige Freundin der Deutschen. Gespielt wird auf chess.com.

Ende vergangener Woche änderte sich das Programm. Gespielt wurde auf Lichess, zu sehen war – niemand. Nicht professionell gestaltet sahen die neuen Livestreams und Videos aus, sondern hingerotzt: die Lichess-Oberfläche, sonst nichts, nicht einmal Ton. Wo sonst Pähtz wortreich durch die Partien führt, war Stille. Fast täglich erschien ein neues dieser Lichess-Videos, zuletzt am vergangenen Samstag.

An diesem Tag begann abends auf Lichess die Blitz Titled Arena. Aber schon zuvor war „ElisabethPaehtz85“ auf Lichess unterwegs gewesen, ohne Video. Unter anderem verlor sie eine grottig gespielte Blitzpartie gegen einen 16-Jährigen aus Bahrain – und schrieb ihm im Chat, „alle Araber“ würden mit Engine-Hilfe spielen. Ein Screenshot dieses verbalen Ausfalls sorgte für einige Aufregung in der arabischen Schachszene.

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