Juni 26, 2022

Beinahe Weltklasse: Rudolf Swiderski aus Leipzig – eine Spurensuche

30. Juli 1906, es läuft die 7. Runde beim 15. DSB-Kongress in Nürnberg. Da die Deutsche Meisterschaft vor dem Ersten Weltkrieg meist als internationales Turnier ausgespielt wurde, sitzen in der

Rudolf Swiderski.

Frankenmetropole Größen des Weltschachs wie Carl Schlechter, Oldřich Duras, Michail Tschigorin oder der spätere Turniersieger Frank Marshall mit an den Brettern. Dazu die besten Deutschen – allen voran der 44-jährige Siegbert Tarrasch, der mit zwei Niederlagen und vier Unentschieden äußerst bescheiden in das 16-rundige Turnier gestartet ist.

Und schon wieder sieht es an seinem Brett brenzlig aus. Im unbedingten Gewinnbestreben hat der „Praeceptor Germaniae“ (Lehrmeister der Deutschen) den Bogen überspannt und im 27. und 33. Zug mit riskanten Bauernzügen am Damenflügel seine Stellung geschwächt. Dort hatte sein lang rochierter König gestanden, der nun vor den schwarzen Schwerfiguren quer übers Brett flüchten muss. Soeben hat Tarrasch seinen König mit 38.Kf2-g3 aus dem Schach gezogen.

Sein deutlich besser ins Turnier gekommener sechzehn Jahre jüngerer Gegner Rudolf Swiderski hat sich nach zuletzt drei Siegen am Stück schon wieder eine vielversprechende Stellung aufgebaut. Es schreit förmlich nach einer Gewinnkombination

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